Europäische Staats- und Regierungschefs, darunter solche in Frankreich und Deutschland, entwickeln einen Notfallplan als Reaktion auf mögliche US-amerikanische Maßnahmen zur Beschlagnahmung Grönlands, ein Schritt, der die internationalen Spannungen dramatisch verschärfen würde. Die Ankündigung erfolgt inmitten wachsender Besorgnis, dass die USA frühere Vorschläge zum Erwerb der größten Insel der Welt umsetzen könnten.
Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot erklärte am Mittwoch auf France Inter Radio, dass sich die europäischen Nationen zu einer gemeinsamen Reaktion verpflichten, sollte die USA versuchen, Grönland von Dänemark, einem wichtigen europäischen Verbündeten, zu beschlagnahmen. "Wir wollen gemeinsam mit unseren europäischen Partnern handeln", sagte Barrot und betonte die Bedeutung eines koordinierten Vorgehens.
Die Situation beruht auf früheren Äußerungen und Berichten, wonach der ehemalige US-Präsident Donald Trump den Kauf Grönlands, eines teilautonomen Gebiets innerhalb des Königreichs Dänemark, in Erwägung gezogen hat. Während die Idee zunächst sowohl von Dänemark als auch von Grönland verworfen wurde, hat die Möglichkeit einer gewaltsamen Übernahme in Europa Alarm ausgelöst. Grönlands strategische Lage in der Arktis mit ihren riesigen natürlichen Ressourcen und ihrer geopolitischen Bedeutung macht sie in einer Zeit zunehmenden globalen Wettbewerbs zu einem Streitpunkt.
Die Arktisregion ist aufgrund ihres Potenzials für die Rohstoffgewinnung und ihrer Bedeutung für Schifffahrtsrouten, da die Eiskappen aufgrund des Klimawandels schmelzen, zu einem Brennpunkt für internationale Mächte geworden, darunter Russland, China und die USA. Jede einseitige Aktion der USA in Grönland könnte die Region destabilisieren und einen Präzedenzfall für ähnliche Aktionen anderswo schaffen.
Die dänische Regierung hat ihren entschiedenen Widerstand gegen jede Andeutung einer US-amerikanischen Übernahme zum Ausdruck gebracht. Der US-Außenminister Marco Rubio wies Berichten zufolge Parallelen zwischen der Situation in Venezuela und möglichen Aktionen in Grönland während eines Telefonats mit Barrot zurück, so der französische Außenminister.
Im September 2025 führten dänische Truppen Militärübungen mit deutschen und französischen Soldaten in Kangerlussuaq, Grönland, durch, was ein Zeichen für das Engagement für die Verteidigung und Sicherheit der Insel war. Die Übungen, die von Reuters-Fotograf Guglielmo Mangiapane dokumentiert wurden, unterstrichen die wachsende militärische Zusammenarbeit zwischen europäischen Nationen in der Arktis.
Die Situation ist weiterhin im Fluss, und die genaue Art des europäischen Notfallplans wurde nicht bekannt gegeben. Das Bekenntnis zu einer koordinierten Reaktion deutet jedoch auf die Entschlossenheit hin, europäische Interessen zu schützen und das Völkerrecht angesichts potenzieller US-amerikanischer Aggression aufrechtzuerhalten. Die nächsten Schritte werden wahrscheinlich weitere diplomatische Gespräche zwischen europäischen Staats- und Regierungschefs, den USA und Dänemark beinhalten, um die Spannungen abzubauen und eine friedliche Lösung für das Problem zu finden.
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