Das Justizministerium hat die Federal Reserve mit einer Vorladung zur Vorlage von Informationen über die Renovierung des Hauptsitzes der Zentralbank aufgefordert, wie der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, am Sonntag in einer Videobotschaft bekannt gab. Dieser Schritt stellt eine Eskalation der Bemühungen der Trump-Administration dar, die Fed zu aggressiveren Zinssenkungen zu bewegen.
Laut Powell erhielt die Federal Reserve die Vorladungen der Grand Jury am Freitag. Er erklärte, dass die Vorladungen strafrechtliche Anklagen im Zusammenhang mit seiner Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats im Juni bezüglich des Renovierungsprojekts androhen. Powell wies die Untersuchung jedoch als Vorwand zurück. "Bei dieser neuen Drohung geht es nicht um meine Aussage im vergangenen Juni oder um die Renovierung der Gebäude der Federal Reserve", sagte Powell in seiner Erklärung.
Im Mittelpunkt der Untersuchung des Justizministeriums stehen Kostenüberschreitungen im Zusammenhang mit der Renovierung des Hauptsitzes der Federal Reserve. Präsident Trump hat sich öffentlich über diese Überschreitungen beschwert und gleichzeitig die Zentralbank aufgefordert, die Zinssätze deutlicher zu senken. Der Zeitpunkt der Vorladung wirft Fragen nach einer möglichen politischen Einmischung in die traditionell unabhängige Tätigkeit der Federal Reserve auf.
Die Federal Reserve wurde 1913 gegründet und ist so konzipiert, dass sie unabhängig von politischem Einfluss agiert, um stabile Preise und maximale Beschäftigung zu gewährleisten. Diese Unabhängigkeit gilt als entscheidend für die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Stabilität und die Verhinderung politisch motivierter geldpolitischer Entscheidungen. Die wiederholte öffentliche Kritik der derzeitigen Regierung an der Fed und ihrem Vorsitzenden hat bereits Bedenken hinsichtlich der Aushöhlung dieser Unabhängigkeit geweckt.
Die Vorladung wirft Bedenken hinsichtlich der potenziellen Instrumentalisierung von Regierungsbehörden für politische Zwecke auf. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Überwachung der Staatsausgaben zwar legitim ist, der Zeitpunkt und die Art der Untersuchung jedoch auf einen möglichen Versuch hindeuten, die Federal Reserve einzuschüchtern, damit sie die von der Regierung gewünschte Geldpolitik umsetzt.
Das Justizministerium hat sich noch nicht zu der Vorladung geäußert. Es wird erwartet, dass die Federal Reserve der Vorladung nachkommt und gleichzeitig ihre Unabhängigkeit verteidigt. Die Situation ist noch nicht abgeschlossen, und die potenziellen Folgen für die Autonomie der Federal Reserve und die Stabilität der US-Wirtschaft bleiben abzuwarten.
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