Keir Starmer erklärte, dass X, früher bekannt als Twitter, unter einer zukünftigen Labour-Regierung "das Recht auf Selbstregulierung verlieren" könnte. Starmer äußerte sich während einer Rede zur Technologiepolitik und betonte seine Bedenken hinsichtlich des Umgangs der Plattform mit schädlichen Inhalten und Fehlinformationen.
Starmer argumentierte, dass die Selbstregulierung nicht effektiv gewesen sei, um die Verbreitung von Hassreden und Desinformationen auf X zu bekämpfen. Er verwies auf die jüngsten Änderungen in den Richtlinien zur Inhaltsmoderation und die Wiedereinsetzung zuvor gesperrter Konten als Beweis für ein nachlassendes Engagement für die Sicherheit der Plattform. "Der aktuelle Ansatz funktioniert einfach nicht", sagte Starmer. "Wir brauchen eine stärkere Regulierung, um Nutzer, insbesondere Kinder, vor Online-Schäden zu schützen."
Der Labour-Chef umriss Pläne zur Einführung strengerer Vorschriften für Social-Media-Unternehmen, falls seine Partei die nächsten Parlamentswahlen gewinnt. Diese Vorschriften könnten Maßnahmen wie verbindliche Verhaltenskodizes, unabhängige Audits der Praktiken zur Inhaltsmoderation und erhebliche Geldstrafen bei Nichteinhaltung umfassen. Die spezifischen Details der vorgeschlagenen Vorschriften befinden sich noch in der Entwicklung, aber Starmer deutete an, dass sie mit den Prinzipien des Online Safety Act übereinstimmen würden, der darauf abzielt, Social-Media-Unternehmen für die auf ihren Plattformen gehosteten Inhalte zur Rechenschaft zu ziehen.
Der Online Safety Act, der letztes Jahr verabschiedet wurde, räumt Ofcom, der britischen Kommunikationsaufsichtsbehörde, das Recht ein, Unternehmen mit Geldstrafen zu belegen, die illegale Inhalte nicht entfernen und Nutzer nicht vor Schaden schützen. Starmers Kommentare deuten darauf hin, dass eine Labour-Regierung versuchen würde, die Befugnisse von Ofcom zu stärken und ihren Aufgabenbereich auf eine breitere Palette schädlicher Inhalte, wie z. B. Fehlinformationen und Desinformationen, auszudehnen.
Die aktuellen Richtlinien zur Inhaltsmoderation von X sind seit der Übernahme des Unternehmens durch Elon Musk im Jahr 2022 verstärkt in die Kritik geraten. Musk hat sich für einen freizügigeren Ansatz in Bezug auf die freie Meinungsäußerung ausgesprochen, was zu Bedenken hinsichtlich des Potenzials der Plattform geführt hat, zu einem Hort für Hassreden und Desinformationen zu werden. Das Unternehmen wurde auch für die Entlassung eines erheblichen Teils seines Teams zur Inhaltsmoderation kritisiert, was Fragen über seine Fähigkeit aufwirft, seine Richtlinien effektiv durchzusetzen.
Als Reaktion auf Starmers Kommentare gab X eine Erklärung ab, in der das Unternehmen sein Engagement für die Sicherheit der Plattform verteidigte. Das Unternehmen erklärte, dass es stark in Technologie und Personal investiert habe, um schädliche Inhalte zu bekämpfen, und dass es ständig daran arbeite, seine Richtlinien und Durchsetzungsmechanismen zu verbessern. "Wir sind bestrebt, eine sichere Plattform für alle Nutzer bereitzustellen", hieß es in der Erklärung. "Wir arbeiten eng mit Aufsichtsbehörden und Strafverfolgungsbehörden zusammen, um illegale Inhalte zu bekämpfen und Nutzer vor Schaden zu schützen."
Branchenanalysten gehen davon aus, dass strengere Vorschriften erhebliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von X haben könnten. Das Unternehmen ist stark auf Werbeeinnahmen angewiesen, und Werbetreibende zögern möglicherweise, ihre Marken mit einer Plattform in Verbindung zu bringen, die als unsicher oder unzuverlässig wahrgenommen wird. Strengere Vorschriften könnten auch die Compliance-Kosten von X erhöhen und sich potenziell auf die Rentabilität auswirken.
Die Debatte über die Regulierung von Social-Media-Plattformen wird sich voraussichtlich im Vorfeld der nächsten Parlamentswahlen fortsetzen. Es wird erwartet, dass die Labour-Partei die Online-Sicherheit zu einem zentralen Bestandteil ihrer Wahlkampagne machen wird, während die konservative Regierung wahrscheinlich ihre Bilanz in Bezug auf den Online Safety Act verteidigen wird. Der Ausgang der Wahl könnte erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft der Social-Media-Regulierung in Großbritannien haben.
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