Die somalische Regierung bestätigte am Montag, dass sie alle Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten gekündigt hat, und begründete dies mit der illegalen Einreise des von den VAE unterstützten jemenitischen Separatistenführers Aidarous al-Zubaidi in somalisches Gebiet. Ali Omar, Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten Somalias, sagte gegenüber Al Jazeera, dass al-Zubaidis Ankunft am 8. Januar über die abtrünnige Region Somaliland die Entscheidung ausgelöst habe. Al-Zubaidi ist der Anführer des inzwischen aufgelösten Südlichen Übergangsrates (STC).
Der somalische Ministerrat gab die Entscheidung am Montag bekannt, was eine deutliche Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern markiert. Der Schritt folgt auf die jüngste Anerkennung Somalilands durch Israel, einer selbsternannten unabhängigen Region Somalias, die in Afrika und der arabischen Welt auf breite Ablehnung gestoßen ist.
Die Aufhebung der Abkommen stellt den Höhepunkt schwelender Spannungen zwischen Somalia und den VAE dar. Somalia hat die VAE bereits zuvor beschuldigt, seine Souveränität durch verschiedene Aktionen verletzt zu haben, darunter die Entwicklung militärischer Einrichtungen in Somaliland ohne Zustimmung der somalischen Regierung. Die VAE sind ein wichtiger Akteur in der von Saudi-Arabien geführten Koalition, die im Jemen kämpft, und ihre Unterstützung für den STC, der die Unabhängigkeit des Südjemen anstrebt, ist ein Streitpunkt mit der international anerkannten somalischen Regierung.
Die Beziehungen zwischen Somalia und den VAE sind seit mehreren Jahren angespannt, insbesondere seit der Golfkrise 2017, als Somalia neutral blieb und dem Druck widerstand, sich an die Seite Saudi-Arabiens und der VAE gegen Katar zu stellen. Diese Neutralität verärgerte Abu Dhabi, das daraufhin seine finanzielle und politische Unterstützung für Mogadischu reduzierte.
Die Einreise von al-Zubaidi über Somaliland verschärfte die Situation zusätzlich. Somaliland erklärte 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia, wird aber international nicht anerkannt. Somalia betrachtet Somaliland als Teil seines Territoriums und betrachtet jegliche Geschäfte mit der Region ohne seine Zustimmung als Verletzung seiner Souveränität.
Der Abbruch der Beziehungen zu den VAE könnte erhebliche wirtschaftliche und politische Auswirkungen für Somalia haben, das auf ausländische Hilfe und Investitionen angewiesen ist. Die VAE sind ein wichtiger Investor in die somalische Infrastruktur und ein wichtiger Handelspartner. Die Zukunft dieser Projekte und Handelsbeziehungen bleibt ungewiss. Die somalische Regierung hat noch keine genauen Angaben zu den aufgehobenen Abkommen oder dem Zeitplan für ihre Beendigung gemacht. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen aufmerksam, da sie sich über die potenziellen Auswirkungen auf die regionale Stabilität und den anhaltenden Konflikt im Jemen besorgt.
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