Somalia hat am Montag alle Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten gekündigt und als Grund die illegale Einreise des von den VAE unterstützten jemenitischen Separatistenführers Aidarous al-Zubaidi in somalisches Gebiet angeführt. Ali Omar, Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten Somalias, teilte Al Jazeera mit, dass al-Zubaidis Ankunft am 8. Januar über die selbsternannte unabhängige Region Somaliland die Annullierung ausgelöst habe.
Die Entscheidung des somalischen Ministerrats markiert eine deutliche Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Al-Zubaidi ist der Anführer des inzwischen aufgelösten Südübergangsrates (STC), einer separatistischen Bewegung, die die Unabhängigkeit des Südjemen anstrebt.
Somalias Schritt folgt auf jüngste Spannungen mit den VAE, die durch Abu Dhabis wachsende Beziehungen zu Somaliland geschürt wurden, das 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia erklärte, aber international nicht anerkannt wird. Somalia betrachtet Somaliland als Teil seines Territoriums und betrachtet jede direkte Zusammenarbeit mit der Region als Verletzung seiner Souveränität. Die VAE haben in Somaliland investiert, insbesondere in den Hafen von Berbera, einem strategisch wichtigen Standort am Golf von Aden.
Der Vorfall mit al-Zubaidi wird von Mogadischu als der Höhepunkt einer Reihe von Aktionen der VAE angesehen, die Somalias territoriale Integrität untergraben. "Das war der letzte Strohhalm", erklärte Minister Omar in Bezug auf al-Zubaidis Einreise.
Die Aufhebung der Abkommen umfasst verschiedene Sektoren, darunter die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit. Die Einzelheiten der Abkommen und ihre potenziellen Auswirkungen auf die Investitionen der VAE in Somalia bleiben unklar.
Der Zeitpunkt der somalischen Entscheidung ist ebenfalls bemerkenswert, da er mit der jüngsten Anerkennung Somalilands durch Israel zusammenfällt, ein Schritt, der von afrikanischen und arabischen Nationen auf breite Ablehnung gestoßen ist. Somalia hat Israels Anerkennung Somalilands scharf verurteilt.
Die VAE haben noch keine offizielle Reaktion auf Somalias Entscheidung abgegeben. Der Schritt dürfte die ohnehin schon fragile politische Landschaft am Horn von Afrika weiter verkomplizieren und könnte Auswirkungen auf die regionale Sicherheit und Stabilität haben. Analysten vermuten, dass der diplomatische Fallout zu einer Neuausrichtung der Allianzen in der Region führen könnte, mit potenziellen Folgen für den anhaltenden Konflikt im Jemen und das breitere Sicherheitsumfeld des Roten Meeres.
Discussion
Join the conversation
Be the first to comment