Britische Staatsanwälte versuchen, eine Terrorismusanklage gegen Liam OHanna, ein Mitglied der irischen Rap-Gruppe Kneecap, wieder aufzunehmen, nachdem ein Richter den Fall im letzten Jahr abgewiesen hatte. Der Crown Prosecution Service (CPS) leitete am Mittwoch eine Anfechtung vor dem High Court ein und argumentierte, dass ein oberster Richter den Fall im September aufgrund eines Formfehlers fälschlicherweise abgewiesen habe.
OHanna, der unter dem Namen Mo Chara auftritt, wurde beschuldigt, während eines Kneecap-Konzerts in London am 21. November 2024 eine Flagge der libanesischen Gruppe Hisbollah gezeigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, damit gegen den Terrorism Act 2000 des Vereinigten Königreichs verstoßen zu haben, der das Zeigen von Symbolen oder Flaggen verbietet, die mit verbotenen Organisationen in Verbindung stehen. Die Hisbollah ist im Vereinigten Königreich als terroristische Organisation eingestuft.
Die konkrete Formalie, die zur ursprünglichen Abweisung führte, wurde vom CPS nicht öffentlich bekannt gegeben. Rechtsexperten vermuten jedoch, dass es sich wahrscheinlich um Verfahrensfragen im Zusammenhang mit den vorgelegten Beweismitteln oder der Auslegung des Terrorism Act im Kontext des künstlerischen Ausdrucks handelte. Der CPS argumentiert, dass das Zeigen der Flagge eine klare Befürwortung einer verbotenen Organisation darstellte, ungeachtet des künstlerischen Kontexts.
Kneecap, bekannt für ihre politisch aufgeladenen Texte und Auftritte, die oft die irische Identität und die britische Herrschaft in Nordirland thematisieren, hat sowohl Kritikerlob als auch Kontroversen hervorgerufen. Unterstützer der Gruppe argumentieren, dass die Anklage ein Versuch sei, den künstlerischen Ausdruck zu unterdrücken und irische politische Ansichten ins Visier zu nehmen. Die Gruppe hat sich noch nicht offiziell zu der erneuten juristischen Auseinandersetzung geäußert.
Die Anhörung vor dem High Court am Mittwoch umfasste juristische Argumente sowohl des CPS als auch des Verteidigungsteams von OHanna. Die Richter prüfen nun die Argumente und werden voraussichtlich in den kommenden Wochen eine Entscheidung treffen. Wenn der High Court die vorherige Abweisung aufhebt, wird der Fall gegen OHanna vor Gericht verhandelt. Wenn der High Court die Abweisung bestätigt, hat der CPS seine Rechtsmittel in dieser Angelegenheit ausgeschöpft.
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