Die Palästinensische Autonomiebehörde hat offiziell 14 neue Kultur- und Naturstätten für die Tentativliste des UNESCO-Welterbes nominiert, um ihre kulturellen und historischen Wahrzeichen vor israelischer Vereinnahmung und Angriffen zu schützen. Der Schritt, der am Mittwoch bekannt gegeben wurde, wird als proaktive Maßnahme gesehen, um das palästinensische Erbe inmitten des anhaltenden politischen Konflikts und der territorialen Streitigkeiten zu bewahren.
Zu den Stätten gehören Orte von historischer, religiöser und kultureller Bedeutung für die Palästinenser. Diese Aktion unterstreicht, welchen Wert die Palästinenser auf die Erhaltung ihres Landes und ihres Erbes legen, insbesondere in Gebieten, die seit 1948 unter israelischer Besatzung stehen.
Marwa Adwan, amtierende Generaldirektorin für Welterbe im palästinensischen Tourismusministerium, sagte gegenüber Al Jazeera, dass Palästina nicht nur ein Raum politischer Konflikte sei, sondern eine Zivilisation, die tief in der Menschheitsgeschichte verwurzelt sei. Die Registrierung soll sicherstellen, dass diese Stätten international anerkannt und geschützt werden.
Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) spielt eine entscheidende Rolle bei der Ausweisung und dem Schutz von Stätten von herausragendem kulturellen und natürlichen Wert für die Menschheit. Die Aufnahme in die Welterbeliste kann den Zugang zu internationaler Finanzierung für Erhaltungsmaßnahmen ermöglichen und das Bewusstsein für die Bedeutung der Stätte schärfen. Der Nominierungs- und Bewertungsprozess kann jedoch langwierig und komplex sein und erfordert oft eine detaillierte Dokumentation und Bewertung durch internationale Experten.
Die israelische Regierung hat noch keine offizielle Antwort auf die Nominierungen der Palästinensischen Autonomiebehörde abgegeben. In der Vergangenheit stießen ähnliche Schritte jedoch auf Kritik, wobei israelische Beamte oft ihre eigenen historischen und kulturellen Verbindungen zu denselben Stätten geltend machten.
Die aktuelle Initiative findet vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen in der Region statt, insbesondere in Gaza, wo zahlreiche Kulturerbestätten während Konflikten beschädigt oder zerstört wurden. Die Große Omari-Moschee in Gaza-Stadt wurde beispielsweise während des Israel-Palästina-Krieges durch israelischen Beschuss beschädigt.
Die Entscheidung der Palästinensischen Autonomiebehörde, die Anerkennung durch die UNESCO anzustreben, spiegelt eine umfassendere Strategie wider, internationale rechtliche und kulturelle Rahmenbedingungen zu nutzen, um ihre nationale Identität zu behaupten und ihr Erbe zu schützen. Der Erfolg dieser Nominierungen wird von der Bewertung durch die UNESCO und der Unterstützung der Mitgliedstaaten abhängen.
Discussion
Join the conversation
Be the first to comment