Ein Bundesrichter wies am Donnerstag in Kalifornien eine Klage ab, die dem Justizministerium Zugang zur ungeschwärzten Wählerdatei des Bundesstaates verschaffen sollte. Die Entscheidung von Bezirksrichter David O. Carter stellt den ersten juristischen Rückschlag für die Trump-Regierung in ihrem Bestreben dar, Wählerdaten zu konsolidieren, die traditionell von den einzelnen Bundesstaaten verwaltet werden.
Die Klage war Teil einer umfassenderen Anstrengung des Justizministeriums (DOJ), die sich gegen 23 Bundesstaaten und Washington, D.C. richtete, die alle von Demokraten geführt werden oder in denen Präsident Trump die Wahl 2020 verloren hat. Diese Bundesstaaten hatten Anfragen des DOJ nach Wählerdaten abgelehnt, die sensible Informationen wie Sozialversicherungsnummern und Führerscheindaten enthalten. Ein Bezirksrichter in Oregon deutete am Mittwoch einen vorläufigen Plan an, in diesem Bundesstaat eine ähnliche Abweisung zu verfügen.
Das Streben des DOJ nach Wählerdaten stützt sich auf ein Instrument namens SAVE, das ursprünglich entwickelt wurde, um Wähler zu identifizieren, die keine Staatsbürger sind. Es wurden jedoch Bedenken hinsichtlich seiner Genauigkeit geäußert, wobei Berichte darauf hindeuten, dass es US-Bürger fälschlicherweise als solche gekennzeichnet hat. Die Begründung der Regierung für die Zentralisierung von Wählerdaten ist die Verbesserung der Wahlsicherheit und die Verhinderung von Wahlbetrug, eine Behauptung, die von vielen mit Skepsis aufgenommen wurde, insbesondere angesichts der berichteten Ungenauigkeiten des Instruments.
Die juristischen Anfechtungen der Datenanfragen des DOJ verdeutlichen die Spannungen zwischen bundesstaatlicher Aufsicht und den Rechten der Bundesstaaten bei der Wahlverwaltung. Die Bundesstaaten behalten traditionell die Kontrolle über ihre Wählerverzeichnisse und argumentieren, dass sie am besten in der Lage sind, die Genauigkeit zu gewährleisten und die Privatsphäre der Wähler zu schützen. Die Bemühungen des DOJ werden von einigen als Überschreitung der bundesstaatlichen Befugnisse und als potenzieller Eingriff in die Rechte der Wähler angesehen.
Die abgewiesene Klage wirft Fragen nach der Zukunft der Bemühungen des DOJ zur Datenkonsolidierung auf. Während die Regierung gegen die Entscheidung Berufung einlegen könnte, deutet der juristische Rückschlag in Kalifornien in Verbindung mit der erwarteten Entscheidung in Oregon auf einen schwierigen Weg nach vorn hin. Der Ausgang dieser juristischen Auseinandersetzungen könnte das Kräfteverhältnis zwischen der Bundesregierung und den einzelnen Bundesstaaten im Bereich der Wahlverwaltung und der Verwaltung von Wählerdaten erheblich beeinflussen.
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