Der ugandische Oppositionsführer Bobi Wine wurde am Freitag von der Armee aus seiner Residenz abgeführt, wie seine Partei National Unity Platform (NUP) mitteilte, während Präsident Yoweri Museveni vor seiner Wiederwahl zu stehen schien. Die NUP erklärte in einem Post auf X, dass ein Armeehubschrauber auf Wines Grundstück in Kampala landete und ihn gewaltsam an einen unbekannten Ort transportierte.
Eine Bestätigung der mutmaßlichen Entführung war nicht sofort verfügbar, und einige hochrangige NUP-Funktionäre gaben an, dass ihnen eine Verifizierung fehlte. Reuters berichtete, dass Sprecher der ugandischen Regierung und des Militärs nicht sofort auf Anfragen nach Kommentaren reagierten.
Wine hat wiederholt von weit verbreitetem Betrug bei den am Donnerstag abgehaltenen Parlamentswahlen gesprochen. Er gab seine Stimme früher an diesem Tag ab, woraufhin seine Partei berichtete, dass sein Haus von Militär und Polizei umstellt worden sei. Wine ist ein lautstarker Kritiker von Museveni, der seit 1986 an der Macht ist.
Die Wahl fand inmitten erhöhter Sicherheitsvorkehrungen und Berichten über Internetabschaltungen statt, die von Oppositionsfiguren als Versuche kritisiert wurden, Andersdenkende zu unterdrücken und Transparenz zu verhindern. Die ugandische Regierung hat ihr Vorgehen mit nationalen Sicherheitsbedenken verteidigt.
Musevenis Regierung ist zunehmend wegen ihrer Menschenrechtsbilanz in die Kritik geraten, insbesondere im Hinblick auf die Behandlung von Oppositionellen und Journalisten. Wine selbst wurde mehrfach verhaftet und hat Belästigungen durch Sicherheitskräfte geltend gemacht.
Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben bereits zuvor Bedenken hinsichtlich der Fairness und Transparenz der ugandischen Wahlen geäußert. Internationale Beobachter waren bei der Wahl anwesend, und ihre Bewertungen stehen noch aus.
Der aktuelle Aufenthaltsort von Wine ist weiterhin unbekannt. Die NUP hat seine sofortige Freilassung gefordert und die internationale Gemeinschaft aufgefordert, zu intervenieren. Die ugandische Regierung hat noch keine offizielle Erklärung zu der Situation abgegeben. Die Wahlergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.
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