Eine am Freitag von Ken Paxton, dem texanischen Generalstaatsanwalt und republikanischen Senatskandidaten, veröffentlichte Werbung zeigte digital erstellte Szenen, in denen Senator John Cornyn, ein Republikaner, den Paxton herausfordert, mit der Abgeordneten Jasmine Crockett tanzt, einer Demokratin, die ebenfalls für den Senat kandidiert. Die Werbung, die die vermeintliche politische Übereinstimmung zwischen Cornyn und Crockett hervorheben sollte, nutzte künstliche Intelligenz, um die falsche Darstellung zu erzeugen, die eine texanische Tanzhalle und das US-Kapitol als Kulisse zeigte.
Das KI-generierte Video mischte die erfundenen Tanzclips mit echten Videos von Crockett, in denen sie Cornyn lobte, sowie mit Nachrichtenberichten, in denen Cornyn sich positiv über sie äußerte. Diese Taktik zielte laut politischen Analysten darauf ab, eine Erzählung der Zusammenarbeit und der gemeinsamen Ideologie zwischen den beiden Kandidaten zu schaffen, trotz ihrer unterschiedlichen Parteizugehörigkeiten.
Der Einsatz von KI in der politischen Werbung wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich des Potenzials für Fehlinformationen und Manipulationen bei Wahlen auf. Die Fähigkeit der KI, realistische, aber völlig erfundene Inhalte zu generieren, die oft als "Deepfakes" bezeichnet werden, stellt eine Herausforderung für die Fähigkeit der Wähler dar, Fakten von Fiktion zu unterscheiden. Experten warnen, dass solche Technologien das Vertrauen in politische Institutionen und den Wahlprozess untergraben könnten.
"Das Aufkommen von KI-gestützten politischen Anzeigen markiert eine neue Grenze in der Wahlkampftaktik", sagte Dr. Emily Carter, Professorin für Politikwissenschaft an der University of Texas. "Während politische Anzeigen schon immer auf ihre Richtigkeit hin überprüft wurden, erfordert die Leichtigkeit, mit der KI überzeugende, aber falsche Szenarien erstellen kann, eine erneute Konzentration auf Medienkompetenz und kritisches Denken bei den Wählern."
Die Technologie hinter diesen KI-generierten Videos umfasst typischerweise hochentwickelte Algorithmen, die riesige Mengen an visuellen und auditiven Daten analysieren, um realistische Simulationen von Einzelpersonen zu erstellen. Generative Adversarial Networks (GANs), eine Art von Machine-Learning-Modell, werden oft eingesetzt, um diese Deepfakes zu produzieren. GANs umfassen zwei neuronale Netze, einen Generator und einen Diskriminator, die miteinander konkurrieren, um immer realistischere gefälschte Inhalte zu erstellen.
Dies ist nicht der erste Fall, in dem ein hochkarätiger Kandidat KI in Wahlkampfvideos einsetzt; Andrew M. Cuomo hat zuvor ähnliche Taktiken angewandt. Die zunehmende Zugänglichkeit und Raffinesse von KI-Tools deutet jedoch darauf hin, dass solche Fälle bei künftigen Wahlen wahrscheinlich häufiger vorkommen werden.
Die Werbung hat eine Debatte über die Notwendigkeit einer Regulierung von KI in der politischen Werbung ausgelöst. Einige argumentieren, dass die bestehenden Gesetze über irreführende Werbung möglicherweise nicht ausreichen, um die besonderen Herausforderungen zu bewältigen, die durch KI-generierte Inhalte entstehen. Andere plädieren für strengere Vorschriften, einschließlich obligatorischer Haftungsausschlüsse, die angeben, wann KI verwendet wurde, um Inhalte zu erstellen oder zu verändern.
Bis Montag hatte Senator Cornyns Wahlkampf noch keine formelle Antwort auf die Werbung abgegeben. Der Wahlkampf der Abgeordneten Crockett veröffentlichte eine Erklärung, in der er den Einsatz von KI zur Erstellung irreführender Inhalte verurteilte und dies als "gefährlichen Präzedenzfall" für künftige Wahlen bezeichnete. Die Texas Ethics Commission prüft derzeit die Werbung, um festzustellen, ob sie gegen staatliche Gesetze verstößt.
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