Die Unterzeichnungszeremonie, die in Asunción, Paraguay, stattfand, wurde von der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und dem paraguayischen Präsidenten Santiago Pena begleitet. Das Abkommen stellt das bisher größte Handelsabkommen der Europäischen Union dar, das inmitten wachsender Bedenken hinsichtlich der globalen Zusammenarbeit und anhaltender Zollstreitigkeiten erzielt wurde.
Der Mercosur-Block umfasst Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Dieses Abkommen zielt darauf ab, das Wirtschaftswachstum zu fördern und die politischen Beziehungen zwischen den beiden Regionen zu stärken, die zusammen eine Bevölkerung von über 700 Millionen Menschen umfassen und einen bedeutenden Teil des globalen BIP ausmachen. Die Verhandlungen, die 1999 begannen, stießen auf zahlreiche Hindernisse, darunter Meinungsverschiedenheiten über Agrarsubventionen, Umweltvorschriften und Rechte des geistigen Eigentums.
Das Abkommen kommt zu einer Zeit, in der die globalen Handelsbeziehungen zunehmend angespannt sind und protektionistische Tendenzen in verschiedenen Teilen der Welt zunehmen. Befürworter des Abkommens argumentieren, dass es die wirtschaftliche Entwicklung fördern, Arbeitsplätze schaffen und die Preise für Verbraucher in beiden Regionen senken wird. Kritiker äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen auf die heimische Industrie, insbesondere die Landwirtschaft in Europa, und der ökologischen Folgen des zunehmenden Handels. Tausende irische Landwirte hatten zuvor gegen das Abkommen protestiert und ihre Befürchtungen hinsichtlich der Auswirkungen auf ihre Existenzgrundlage geäußert.
Das Abkommen muss nun die Zustimmung des Europäischen Parlaments erhalten und von den Parlamenten der Mercosur-Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. Es wird erwartet, dass der Ratifizierungsprozess mehrere Jahre dauern wird, und sein Ausgang bleibt angesichts der politischen Komplexität und der unterschiedlichen Interessen ungewiss.
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