Ghanaische Behörden haben am Wochenende in Accra neun Nigerianer festgenommen, die im Verdacht stehen, Cyberkriminalitätsnetzwerke zu organisieren. Die von den ghanaischen Sicherheitskräften durchgeführte Operation zielte auf provisorische Büros ab, die für illegale Aktivitäten genutzt wurden. 44 Personen, von denen angenommen wird, dass sie Opfer von Menschenhandel aus Nigeria sind, wurden ebenfalls festgenommen.
Die zweitägige, nachrichtendienstlich geführte Operation führte zur Beschlagnahmung von 62 Laptops, 52 Mobiltelefonen und zwei Pumpguns. Die Razzien fanden in und um Accra statt. Die Cyber Security Authority veröffentlichte Bilder der Verdächtigen und der beschlagnahmten Ausrüstung.
Dieses harte Durchgreifen folgt einem wachsenden Trend, bei dem Ausländer mit dem Versprechen hochbezahlter Jobs nach Ghana gelockt werden, nur um dann zur Cyberkriminalität gezwungen zu werden. Den Opfern werden oft ihre Dokumente abgenommen und sie werden in bewachten Anlagen eingesperrt. Sie werden dann gezwungen, sich an Romance-Scams zu beteiligen, bei denen Opfer dazu manipuliert werden, Geld an gefälschte Partner zu senden, oder an Business Email Compromise (BEC), einer Betrugsart, bei der Kriminelle sich als legitime Mitarbeiter ausgeben, um Gelder oder sensible Daten zu stehlen. BEC-Angriffe können verheerende finanzielle Folgen für Unternehmen haben.
Die ghanaischen Behörden übergeben die 44 Opfer an die Einwanderungsbehörden. Die neun Verdächtigen werden sich in Ghana vor Gericht verantworten müssen. Die Ermittlungen sind noch im Gange, um das volle Ausmaß des Cyberkriminalitätsnetzwerks zu ermitteln und weitere potenzielle Opfer zu identifizieren.
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