Es wird erwartet, dass der Oberste Gerichtshof der USA diese Woche Urteile verkündet, die die von Präsident Donald Trump geäußerte Absicht, Grönland zu erwerben, erheblich beeinträchtigen könnten. Der Gerichtshof wird voraussichtlich am Dienstag und Mittwoch über den Umfang der Befugnisse des Präsidenten zur Erhebung von Zöllen gemäß dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) entscheiden.
Analysten vermuten, dass ein Urteil gegen die Befugnis des Präsidenten, einseitig Zölle auf den routinemäßigen internationalen Handel zu erheben, seinen Einfluss bei der Verfolgung des Erwerbs von Grönland untergraben würde. Trump postete kürzlich auf Truth Social: "Jetzt ist es an der Zeit, und es wird geschehen!!!" Er drohte auch mit Zöllen auf Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland, beginnend mit 10 % und steigend auf 25 % am 1. Juni, bis eine Einigung über den "vollständigen und totalen Kauf von Grönland" erzielt wird.
UBS wies Kunden in einer Notiz darauf hin, dass die angedrohten US-Zölle vom Obersten Gerichtshof aufgehoben werden könnten. Carsten Brzeski und Bert Colijn von ING erklärten, dass ein für Trump nachteiliges Urteil des Obersten Gerichtshofs seine Drohungen zumindest kurzfristig bedeutungslos machen würde.
Der IEEPA räumt dem Präsidenten die Befugnis ein, den internationalen Handel während eines nationalen Notstands zu regulieren. Die zentrale Frage vor dem Obersten Gerichtshof ist, ob die Nutzung dieses Gesetzes durch den Präsidenten zur Erhebung von Zöllen auf eine breite Palette von Gütern die vom Kongress gewährte Befugnis überschreitet. Die juristische Anfechtung argumentiert, dass die Zölle nicht mit einem erklärten nationalen Notstand zusammenhängen und daher rechtswidrig sind.
Das mögliche Urteil des Obersten Gerichtshofs fügt der ohnehin schon heiklen Frage des Status Grönlands eine weitere Ebene der Komplexität hinzu. Die dänische Regierung hat wiederholt erklärt, dass Grönland nicht zum Verkauf steht. Die USA haben ein seit langem bestehendes strategisches Interesse an Grönland, insbesondere aufgrund seiner Lage und seines potenziellen Ressourcenreichtums.
Es wird erwartet, dass die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs umfassendere Auswirkungen auf die US-Handelspolitik und das Kräfteverhältnis zwischen der Exekutive und der Legislative in Fragen des internationalen Handels haben wird. Die Wall Street beobachtet die Beratungen des Gerichts aufmerksam, da das Ergebnis die internationalen Handelsbeziehungen und die wirtschaftliche Stabilität beeinflussen könnte. Die Urteile werden voraussichtlich entweder am Dienstag oder Mittwoch veröffentlicht.
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