Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte, dass Handelsspannungen und ein potenzieller Abschwung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) erhebliche Risiken für das globale Wirtschaftswachstum darstellen. Die Warnung war in dem neuesten World Economic Outlook des IWF enthalten, der die Weltwirtschaft als "stabil" charakterisierte und für das laufende Jahr ein "robustes" Wachstum prognostizierte.
Die Prognose des IWF, die vor der jüngsten Drohung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump formuliert wurde, Zölle auf acht europäische Nationen zu erheben, die sich seiner geplanten Übernahme Grönlands widersetzen, betonte auch die entscheidende Bedeutung der Unabhängigkeit der Zentralbanken für die Aufrechterhaltung der globalen Wirtschaftsstabilität und die Förderung des Wachstums. Der Wirtschaftswächter prognostiziert ein globales Wachstum von 3,3 % in diesem Jahr, eine Steigerung gegenüber seiner vorherigen Prognose von 3,1 %, bevor es sich 2027 leicht auf 3,2 % abschwächt.
In einem Gespräch mit der BBC bezeichnete IWF-Chefökonom Pierre Olivier Gourinchas die globale Wirtschaftslage als widerstandsfähig und erklärte: "Wir haben das Bild einer Weltwirtschaft, die wächst - es sind keine übermäßigen Wachstumsraten, aber sie ist recht widerstandsfähig, recht robust." Er fügte hinzu, dass die Weltwirtschaft in gewisser Weise die Handelsstörungen des Jahres 20 überwunden habe.
Die Einschätzung des IWF erfolgt inmitten anhaltender Bedenken hinsichtlich eskalierender Handelsstreitigkeiten zwischen großen Volkswirtschaften, insbesondere den Vereinigten Staaten und China, und des Potenzials dieser Streitigkeiten, globale Lieferketten und Investitionsströme zu stören. Der Verweis auf den KI-Boom spiegelt das rasante Wachstum und die erheblichen Investitionen im Technologiesektor wider, von denen einige Analysten befürchten, dass sie nicht nachhaltig sind und möglicherweise zu einer Marktkorrektur führen könnten.
Die Betonung der Unabhängigkeit der Zentralbanken durch den IWF erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere Länder mit politischem Druck auf die Geldpolitik zu kämpfen haben. Der Fonds argumentiert, dass die Zentralbanken frei sein müssen, Entscheidungen auf der Grundlage von Wirtschaftsdaten zu treffen, ohne politische Einmischung, um die Inflation effektiv zu steuern und die Finanzstabilität aufrechtzuerhalten. Dies ist besonders relevant in Schwellenländern, in denen die Unabhängigkeit der Zentralbanken oft weniger verankert ist.
Die prognostizierte globale Wachstumsrate von 3,3 % stellt eine moderate Verbesserung dar, aber die Warnung des IWF unterstreicht die Fragilität der Erholung und das Potenzial für unvorhergesehene Ereignisse, die den Fortschritt zunichte machen könnten. Der Bericht des Fonds dient politischen Entscheidungsträgern weltweit als Mahnung, Handelsspannungen abzubauen, ein nachhaltiges Wachstum im Technologiesektor zu fördern und die Unabhängigkeit ihrer Zentralbanken zu wahren. Der nächste World Economic Outlook wird voraussichtlich weitere Einblicke in die sich entwickelnde globale Wirtschaftslandschaft geben.
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