Berichten zufolge plant Microsoft, Nicht-Abonnenten Zugang zu von Werbung finanzierten Game-Streams zu ermöglichen, allerdings nur unter extrem eingeschränkten Bedingungen. Dieser Schritt, der an einen Rookie-Quarterback erinnert, der ohne Spielanleitung in einen Super Bowl geworfen wird, lässt einige Analysten die strategische Vision von Microsoft im Bereich Cloud-Gaming in Frage stellen.
Der Wirbel begann Ende letzter Woche, als Tom Warren von The Verge einen Ladebildschirm von Xbox Cloud Gaming teilte, der eine Meldung über eine Stunde werbefinanziertes Spielen pro Sitzung enthielt. Diese Enthüllung folgt auf einen Bericht von Windows Central vom letzten Sommer, wonach Microsoft Videoanzeigen für kostenlose Spiele untersucht hatte, ähnlich den zweiminütigen Sponsorings, die vor kostenlosen Game-Streams auf Nvidias GeForce Now-Dienst zu sehen sind. Man kann es sich wie einen Aufstieg in die Minor League vorstellen, aber nur für einen einzigen Schlag.
Die Erwartungen an einen breiten, kostenlosen, werbefinanzierten Zugang zur gesamten Xbox Cloud Gaming-Bibliothek sollten jedoch gedämpft werden. Windows Central berichtet nun, dass Microsoft beabsichtigt, Werbung lediglich dazu zu nutzen, den Zugang zu seinem Programm "Stream your own game" geringfügig zu erweitern. Dieses Programm bietet derzeit Abonnenten des Xbox Game Pass die Möglichkeit, Spiele zu streamen, die sie bereits besitzen. Es ist, als würde man den Bankdrückern ein paar zusätzliche Minuten in der Nachspielzeit geben, aber sie nicht die Spielzüge ansagen lassen.
"Es wird kein Game-Changer sein", sagte ein Brancheninsider, der unter dem Schutz der Anonymität sprach. "Es geht eher darum, die Lage zu sondieren als um eine umfassende strategische Neuausrichtung."
Der aktuelle Xbox Cloud Gaming-Dienst ist exklusiv für Spieler mit einem Microsoft Game Pass-Abonnement. Die potenzielle Hinzufügung von werbefinanziertem Zugang, selbst in begrenztem Umfang, stellt eine mögliche strategische Neuausrichtung dar, wenn auch eine vorsichtige. Es ist, als würde ein Trainer in einem Vorsaison-Trainingsspiel mit einer neuen Formation experimentieren.
Der Schritt hat Vergleiche mit Nvidias GeForce Now-Dienst hervorgerufen, der eine kostenlose, werbefinanzierte Stufe anbietet. Der Ansatz von Nvidia bietet jedoch einen breiteren Zugang zu einer größeren Auswahl an Spielen, wodurch Microsofts kolportierter Plan vergleichsweise begrenzt erscheint. Es ist, als würde man einen erfahrenen Veteranen mit einem Rookie vergleichen, der noch in der Lernphase ist.
Microsoft hat diese Pläne noch nicht offiziell bestätigt. Der nächste Schritt des Unternehmens wird von Branchenbeobachtern genau verfolgt, die gespannt darauf sind, ob dieses Experiment zu einer bedeutenderen Verschiebung in Microsofts Cloud-Gaming-Strategie führt. Die Frage bleibt: Wird dies ein spielentscheidender Zug sein oder nur ein weiterer Fauxpas?
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