Die Analyse, veröffentlicht am 20. Januar 2026, untersuchte die DNA von E. coli-Bakterien, die aus infizierten diabetischen Fußulzera von verschiedenen Kontinenten entnommen wurden. Forscher entdeckten eine überraschend hohe genetische Vielfalt, wobei zahlreiche Stämme Gene trugen, die sowohl mit Antibiotikaresistenz als auch mit erhöhter Virulenz assoziiert sind. Dieser Befund stellt bisherige Annahmen in Frage, dass in erster Linie ein einzelner, hochaggressiver Stamm für die Infektionen verantwortlich war.
"Wir haben festgestellt, dass diabetische Fußinfektionen nicht durch einen einzigen 'Superkeim' verursacht werden, sondern durch eine komplexe Gemeinschaft von E. coli-Stämmen, von denen viele mit den Werkzeugen ausgestattet sind, um Antibiotika zu widerstehen und erhebliche Gewebeschäden zu verursachen", sagte Dr. Anya Sharma, leitende Forscherin der Studie am King's College London. "Dies hilft zu erklären, warum diese Infektionen so hartnäckig und schwer auszurotten sein können, was oft zu Amputationen führt."
Diabetische Fußulzera sind eine Hauptkomplikation von Diabetes, einer Erkrankung, von der schätzungsweise 537 Millionen Erwachsene weltweit betroffen sind, so die International Diabetes Federation. Die Prävalenz von Diabetes nimmt in vielen Teilen der Welt rapide zu, insbesondere in Südasien und Subsahara-Afrika, wo der Zugang zu angemessenem Diabetesmanagement und Fußpflege oft begrenzt ist. Dieser mangelnde Zugang trägt zu höheren Raten von diabetischen Fußinfektionen und anschließenden Amputationen in diesen Regionen bei.
Die Ergebnisse der Studie haben erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung wirksamerer Behandlungsstrategien. Gegenwärtige Ansätze beruhen oft auf Breitbandantibiotika, die zum Anstieg antibiotikaresistenter Bakterien beitragen können. Die Identifizierung spezifischer Gene, die mit Virulenz und Resistenz in den verschiedenen E. coli-Stämmen assoziiert sind, könnte den Weg für gezielte Therapien ebnen, die weniger wahrscheinlich Resistenzen fördern.
"Das Verständnis der genetischen Zusammensetzung dieser E. coli-Stämme ist entscheidend für die Entwicklung neuer Diagnosewerkzeuge und Behandlungen", erklärte Dr. Kenji Tanaka, ein Mitarbeiter der Studie von der Universität Tokio. "Wir müssen uns von einem 'One-size-fits-all'-Ansatz entfernen und die Behandlungen auf die spezifischen Stämme zuschneiden, die in jeder Infektion vorhanden sind."
Das Forschungsteam arbeitet nun an der Entwicklung von Schnelltests, die die spezifischen E. coli-Stämme in einem diabetischen Fußulkus sowie deren Antibiotikaresistenzprofile identifizieren können. Sie untersuchen auch das Potenzial der Phagentherapie, bei der Viren eingesetzt werden, um bestimmte Bakterien gezielt abzutöten, als mögliche Alternative zu Antibiotika. Die globale Zusammenarbeit hofft, dass diese Fortschritte zu verbesserten Ergebnissen für Patienten mit diabetischen Fußinfektionen weltweit führen werden, insbesondere in ressourcenbeschränkten Umgebungen, in denen die Belastung durch diese Erkrankung am größten ist.
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