Präsident Ahmed al-Sharaa von Syrien hat kürzlich ein Abkommen mit einer von Kurden geführten Miliz geschlossen, die zuvor einen bedeutenden Teil des Nordostens des Landes kontrollierte. Die Vereinbarung beendet langwierige Gespräche, die im vergangenen Jahr über die Bedingungen für den Beitritt der Kurden zu al-Sharaas neuer Regierung geführt wurden.
Die Verhandlungen wurden von vielen Syrern als Vorbote für umfassendere Fragen der Einbeziehung von Minderheiten in die Regierung und der Verteilung der politischen Macht angesehen. Die Kurden verfügten über beträchtlichen Einfluss in den Gesprächen, einschließlich der langjährigen Unterstützung durch die Vereinigten Staaten und der Kontrolle über Syriens Gas- und Ölfelder. Kernfragen waren al-Sharaas Bereitschaft zur Dezentralisierung der Macht innerhalb seiner neuen Regierung und sein Engagement für Verhandlungen mit Gruppen, die Autonomie anstreben, bevor er zu militärischen Maßnahmen greift.
Anfang dieses Monats schien al-Sharaas Geduld jedoch nachzulassen, was zur Finalisierung des Abkommens führte. Die Einzelheiten des Abkommens wurden noch nicht vollständig offengelegt, aber es wird davon ausgegangen, dass es die Integration kurdischer Kämpfer in die syrische Armee und die Rückgabe von Öl- und Gasfeldern unter staatliche Kontrolle beinhaltet. Im Gegenzug wird erwartet, dass die Kurden ein gewisses Maß an regionaler Autonomie erhalten, wobei das Ausmaß dieser Autonomie jedoch unklar bleibt.
Die syrische Regierung betrachtet das Abkommen als einen bedeutenden Sieg, der ihre Kontrolle über eine wichtige Region festigt und den Zugang zu wichtigen Energieressourcen sichert. Für die Kurden bietet das Abkommen ein gewisses Maß an Schutz und politischer Vertretung innerhalb des syrischen Staates, allerdings auf Kosten des Verzichts auf einen Teil ihrer Autonomie.
Kritiker des Abkommens argumentieren jedoch, dass es die grundlegenden Fragen der Minderheitenrechte und der politischen Dezentralisierung nicht ausreichend berücksichtigt. Sie argumentieren, dass das Abkommen in erster Linie dazu dient, al-Sharaas Macht zu festigen und der kurdischen Bevölkerung nur begrenzte Zugeständnisse zu machen. Die Vereinigten Staaten haben noch keine offizielle Erklärung zu dem Abkommen abgegeben, aber Analysten vermuten, dass Washington das Abkommen angesichts seiner langjährigen Unterstützung für die Kurden mit einiger Besorgnis betrachten könnte. Die langfristigen Auswirkungen des Abkommens auf die politische Landschaft Syriens bleiben abzuwarten.
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