Präsident Ahmed al-Sharaa von Syrien sicherte sich in einem am Sonntag mit der von Kurden geführten Miliz geschlossenen Abkommen, die zuvor einen Großteil des Nordostens des Landes kontrollierte, zahlreiche Zugeständnisse. Die Stabilität des Abkommens wurde jedoch sofort durch erneute Gewalt in der Region in Frage gestellt, was die Regierung von al-Sharaa vor eine erhebliche Herausforderung stellt, da sie versucht, die Kontrolle zu festigen.
Die jüngsten Unruhen unterstreichen die Komplexität von al-Sharaas Bemühungen, Syrien nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg wieder zu vereinen. Im vergangenen Jahr führte al-Sharaas Regierung umfangreiche Verhandlungen mit kurdischen Führern über deren Integration in die Regierung. Die Kurden gingen mit erheblichen Druckmitteln in die Verhandlungen, darunter die langjährige Unterstützung der Vereinigten Staaten und die Kontrolle über wichtige Gas- und Ölfelder. Diese Gespräche wurden von vielen Syrern als Gradmesser für umfassendere Fragen der Einbeziehung von Minderheiten und der Machtteilung innerhalb der Regierung angesehen.
Die zentralen Fragen drehten sich darum, inwieweit al-Sharaa die Macht dezentralisieren würde und wie lange er sich zu Verhandlungen mit verschiedenen Gruppen verpflichten würde. Das am Sonntag erzielte Abkommen schien einige dieser Bedenken auszuräumen, zumindest auf dem Papier. Der Ausbruch von Gewalt wirft jedoch Zweifel an der praktischen Umsetzung des Abkommens und der Bereitschaft aller Parteien auf, sich an seine Bedingungen zu halten.
Der syrische Bürgerkrieg, der 2011 begann, hat das Land entlang verschiedener Linien gespalten und die Regierung gegen verschiedene Rebellengruppen, darunter kurdische Milizen, aufgebracht. Der Konflikt hat zahlreiche internationale Akteure hineingezogen, was die Situation weiter verkompliziert. Die Vereinigten Staaten beispielsweise haben die Kurden in ihrem Kampf gegen den IS unterstützt, während andere Länder verschiedene Fraktionen unterstützt haben.
Die aktuelle Situation ist weiterhin unübersichtlich, und die Zukunft des Abkommens zwischen al-Sharaas Regierung und den Kurden ist ungewiss. Die Regierung steht vor der Herausforderung, die Ordnung im Nordosten wiederherzustellen und gleichzeitig die zugrunde liegenden politischen und wirtschaftlichen Missstände zu beseitigen, die den Konflikt befeuert haben. Die kommenden Wochen werden entscheidend dafür sein, ob das Abkommen hält und ob sich Syrien in eine stabilere und inklusivere Zukunft bewegen kann.
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