Beamte gaben bekannt, dass in den letzten Tagen Tausende von Arbeitskräften aus Betrugskomplexen in ganz Kambodscha geflohen sind, nachdem der internationale Druck zur Zerschlagung der milliardenschweren Industrie gestiegen war. Die indonesische Botschaft in Phnom Penh berichtete, dass sie Hilfsanfragen von 1.440 indonesischen Staatsangehörigen erhalten habe, die angaben, aus den Zentren entlassen worden zu sein. Es wurde auch beobachtet, dass sich eine große Anzahl chinesischer Staatsangehöriger vor der chinesischen Botschaft versammelte, um Hilfe zu suchen.
Amnesty International erklärte, dass sie durch die Geolokalisierung von 15 Videos und Bildern sowie durch die Analyse von Social-Media-Posts, die Fluchtversuche und Freilassungen darstellen, mindestens 10 Betrugskomplexe in ganz Kambodscha verifiziert habe. Die Organisation äußerte tiefe Besorgnis über eine Vielzahl von Personen, die Berichten zufolge auf der Suche nach Hilfe umherirrten, nachdem sie aus den Komplexen geflohen waren.
Diese Betrugszentren, die oft unter dem Deckmantel von Online-Glücksspiel oder Callcentern operieren, sind für Menschenhandel und Zwangsarbeit berüchtigt geworden. Opfer, die mit dem Versprechen hochbezahlter Jobs angelockt werden, sind oft gezwungen, unter Androhung von Gewalt lange zu arbeiten und sich an Online-Betrügereien zu beteiligen, die sich gegen Einzelpersonen weltweit richten. Die Betrügereien reichen von Romance-Fraud und Krypto-Währungs-Systemen bis hin zu Anlagebetrug und illegalen Glücksspielaktivitäten.
Kambodscha hat sich zu einem Zentrum für diese illegalen Operationen entwickelt, insbesondere in Städten wie Sihanoukville, was auf eine Kombination von Faktoren wie schwache Strafverfolgung, Korruption und den Zustrom chinesischer Investitionen im Zusammenhang mit der Belt and Road Initiative zurückzuführen ist. Die COVID-19-Pandemie verschärfte das Problem, da Grenzschließungen und wirtschaftliche Notlagen Einzelpersonen anfälliger für Menschenhandel machten.
Die Vereinten Nationen und verschiedene internationale Organisationen haben die kambodschanische Regierung wiederholt aufgefordert, stärkere Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels zu ergreifen und diese Betrugszentren zu schließen. Nachbarländer, darunter Indonesien, Thailand und Vietnam, arbeiten daran, ihre Bürger zurückzuführen, die diesen Betrügereien zum Opfer gefallen sind. Das Problem hat auch die diplomatischen Beziehungen zwischen Kambodscha und China belastet, wobei Peking Phnom Penh auffordert, gegen illegales Online-Glücksspiel und damit verbundene kriminelle Aktivitäten vorzugehen.
Die jüngsten Freilassungen und Fluchten werden als potenzielles Zeichen dafür gewertet, dass die verstärkte internationale Kontrolle Wirkung zeigt. Beobachter warnen jedoch, dass das Problem noch lange nicht gelöst ist und dass ein anhaltender Druck erforderlich ist, um die kriminellen Netzwerke, die diese Betrugszentren betreiben, zu zerschlagen und gefährdete Arbeitnehmer vor Ausbeutung zu schützen. Die kambodschanische Regierung hat zugesagt, die Berichte zu untersuchen und Maßnahmen gegen diejenigen zu ergreifen, die in Menschenhandel und Betrugsaktivitäten verwickelt sind.
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