Verizon hat damit begonnen, eine 365-tägige Sperrfrist für Telefone durchzusetzen, die über seine TracFone-Sparte gekauft wurden, eine Woche nachdem die Federal Communications Commission (FCC) auf eine Anforderung verzichtet hatte, dass Verizon Handys 60 Tage nach Aktivierung entsperren muss. Die aktualisierte TracFone-Entsperrrichtlinie, die heute in Kraft getreten ist, schreibt vor, dass neue Telefone mindestens ein Jahr lang gesperrt bleiben und Kunden eine Entsperrung beantragen müssen, anstatt sie automatisch zu erhalten.
Zuvor war Verizon verpflichtet, Telefone nach 60 Tagen automatisch zu entsperren, aufgrund von Beschränkungen, die an seine Spektrumslizenzen und Fusionsbedingungen im Zusammenhang mit der Übernahme von TracFone gebunden waren. Diese Anforderung war eine Bedingung für die behördliche Genehmigung des Kaufs von TracFone durch Verizon.
Die neue TracFone-Richtlinie kehrt im Wesentlichen zu der einjährigen Sperrpraxis zurück, die vor der Übernahme des Unternehmens durch Verizon im Jahr 2021 bestand. TracFone hatte sich ursprünglich in einem Vergleich mit der FCC aus dem Jahr 2015 unter der Obama-Regierung bereit erklärt, Entsperrdienste anzubieten. Die FCC hatte TracFone vorgeworfen, eine Verpflichtung zur Entsperrung von Telefonen für Kunden, die am Lifeline-Subventionsprogramm teilnehmen, nicht erfüllt zu haben, das einkommensschwachen Personen erschwingliche Telefondienste bietet.
Der jüngste Verzicht der FCC auf die 60-Tage-Entsperrungsanforderung beseitigt eine Verbraucherschutzmaßnahme, die eingerichtet wurde, um sicherzustellen, dass Benutzer bei Bedarf den Anbieter wechseln können. Die Auswirkungen dieser Richtlinienänderung sind, dass Verbraucher, die TracFone-Geräte kaufen, für einen längeren Zeitraum an das Verizon-Netzwerk gebunden sind, was ihre Möglichkeit einschränkt, alternative Anbieter zu wählen. Dies könnte sich unverhältnismäßig stark auf einkommensschwache Personen auswirken, die auf TracFone angewiesen sind, um erschwingliche Kommunikationsdienste zu erhalten.
Die Änderung wirft Fragen nach dem Gleichgewicht zwischen Unternehmensinteressen und Verbraucherrechten in der Telekommunikationsbranche auf. Obwohl Verizon keine formelle Erklärung zu der Richtlinienänderung abgegeben hat, deuten die Maßnahmen des Unternehmens auf eine strategische Verlagerung hin zu einer stärkeren Kontrolle über seine Geräte und Teilnehmer hin. Die langfristigen Auswirkungen dieser Richtlinie auf die Wahlfreiheit der Verbraucher und den Wettbewerb auf dem Prepaid-Mobilfunkmarkt bleiben abzuwarten.
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