Das Europäische Parlament hat am Mittwoch beschlossen, das Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Mercosur, einem Zusammenschluss von vier südamerikanischen Ländern, an den Gerichtshof der Europäischen Union zu verweisen. Bei der Abstimmung im französischen Straßburg stimmten die Abgeordneten mit knapper Mehrheit von 334 zu 324 Stimmen für die Überweisung.
Dieser Schritt wirft Zweifel an der Zukunft des Abkommens auf, das Zölle auf über 90 Prozent des bilateralen Handels abschafft und am vorangegangenen Samstag nach 25-jährigen Verhandlungen unterzeichnet wurde. Der Gerichtshof wird nun prüfen, ob das Abkommen, das von den meisten EU-Staaten und der Europäischen Kommission unterstützt wird, mit der EU-Politik vereinbar ist.
Befürworter der Überweisung argumentierten, dass das Handelsabkommen die Umwelt- und Agrarstandards der EU untergraben könnte. Es wurden Bedenken hinsichtlich der Entwaldung im Amazonas-Regenwald und der potenziellen Auswirkungen auf europäische Landwirte geäußert.
Die Befürworter des Abkommens haben die wirtschaftlichen Vorteile des verstärkten Handels und der Investitionen zwischen der EU und Mercosur, zu dem Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay gehören, hervorgehoben. Sie argumentieren, dass das Abkommen Arbeitsplätze schaffen und das Wirtschaftswachstum auf beiden Kontinenten ankurbeln würde.
Die Europäische Kommission hat das Abkommen verteidigt und erklärt, dass es Schutzmaßnahmen zum Schutz der Umwelt enthält und sicherstellt, dass importierte Produkte die EU-Standards erfüllen. Kritiker bleiben jedoch skeptisch und argumentieren, dass diese Schutzmaßnahmen unzureichend sind.
Die Überweisung an den Gerichtshof der Europäischen Union könnte Monate oder sogar Jahre dauern. In der Zwischenzeit bleibt die Zukunft des EU-Mercosur-Handelsabkommens ungewiss. Die Entscheidung des Gerichtshofs ist für die EU bindend und könnte erhebliche Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Regionen haben.
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