Syrische Regierungstruppen sind am Mittwoch in das Al-Hol-Lager in der nordöstlichen syrischen Provinz Hasakeh eingerückt und haben die Kontrolle über die Einrichtung übernommen, in der sich schätzungsweise 24.000 Personen mit Verbindungen zu ISIL (ISIS) aufhalten. Die Übergabe der Autorität erfolgte nach dem Rückzug der von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die das Lager mehrere Jahre lang verwaltet hatten.
Gepanzerte Fahrzeuge mit syrischen Truppen wurden beobachtet, wie sie in das Lager in einer Wüstenregion der Provinz Hasakeh einfuhren. Die friedliche Natur der Übergabe deutet darauf hin, dass die am Vortag angekündigte viertägige Waffenstillstandsvereinbarung zwischen der syrischen Regierung und den SDF hält.
Das Al-Hol-Lager beherbergt eine große Anzahl von Frauen und Kindern, die Familienangehörige von ISIL-Kämpfern sind. Das Lager ist aufgrund seiner überfüllten Bedingungen, des Mangels an Ressourcen und der Sicherheitsprobleme eine Quelle der Besorgnis für internationale Organisationen. Die SDF hatten zuvor Schwierigkeiten, die Ordnung aufrechtzuerhalten und angemessene humanitäre Hilfe innerhalb des Lagers zu leisten.
Die Übernahme von Al-Hol durch die syrische Regierung wirft Fragen nach der Zukunft der Lagerbewohner und dem Potenzial für Rückführungs- oder Reintegrationsprogramme auf. Die Regierung hat noch keine konkreten Pläne für die Verwaltung des Lagers oder die Deckung der Bedürfnisse seiner Bewohner bekannt gegeben.
Der Rückzug der SDF aus Al-Hol ist Teil einer umfassenderen Verschiebung in der Region, die auf die jüngsten Erfolge der syrischen Streitkräfte gegen die SDF folgt. Der US-Gesandte hat angedeutet, dass die Rolle der SDF in Syrien nach ISIL weitgehend abgelaufen ist. Die Vereinbarung zwischen der syrischen Regierung und den SDF zur Umsetzung eines viertägigen Waffenstillstands ist ein vorsichtiger Schritt zur Deeskalation.
Die Situation ist weiterhin unübersichtlich, und die langfristigen Auswirkungen der Kontrolle der syrischen Regierung über Al-Hol sind noch nicht abzusehen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation genau, wobei der Schwerpunkt auf der Gewährleistung der Sicherheit und des Wohlergehens der Lagerbewohner und der Verhinderung potenzieller Sicherheitsrisiken liegt.
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