Kioxia, der japanische Speicherhersteller, hat seine Produktionskapazitäten Berichten zufolge bis Ende 2026 ausverkauft, was auf eine längere Periode hoher Preise sowohl für Enterprise- als auch für Consumer-SSDs hindeutet. Diese Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem RAM- und Flash-Speicherchip-Hersteller bereits Rekordgewinne verzeichnen, die durch den Nachfrageanstieg im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz angetrieben werden.
Shunsuke Nakato, Geschäftsführer der Speicherabteilung von Kioxia, gab an, dass die aktuelle Produktion des Unternehmens vollständig ausgelastet sei, was den Markt in eine von ihm als "High-End- und teure Phase" bezeichnete Situation drängt. Während spezifische Finanzzahlen im Zusammenhang mit der ausverkauften Kapazität von Kioxia nicht bekannt gegeben wurden, deutet die Ankündigung auf einen erheblichen Auftragsbestand und eine begrenzte Verfügbarkeit seiner Speicherprodukte für die nächsten zwei Jahre hin.
Der KI-Boom befeuert eine beispiellose Nachfrage nach Speicherchips, da Unternehmen darum wetteifern, in generative KI-Rechenzentren zu investieren. Es wird erwartet, dass sich dieser Investitionszyklus fortsetzt, die Lieferkette weiter belastet und die Preise hoch hält. Besonders akut ist die Situation bei RAM-Kits, bei denen es bereits zu erheblichen Engpässen und Preiserhöhungen gekommen ist. Die Nachricht von Kioxia deutet darauf hin, dass sich die SSD-Preise in naher Zukunft wahrscheinlich nicht verbessern werden, was sich sowohl auf Unternehmen als auch auf Verbraucher auswirkt.
Kioxia, ehemals Teil von Toshiba, wurde in den späten 2010er Jahren als unabhängiges Speicherunternehmen ausgegliedert. Es ist ein wichtiger Akteur auf dem globalen Speichermarkt und produziert sowohl NAND-Flash-Speicher als auch SSDs. Die Ankündigung des Unternehmens spiegelt den breiteren Branchentrend von Angebotsengpässen und steigenden Preisen wider, der durch das rasante Wachstum von KI und datenintensiven Anwendungen angetrieben wird.
Mit Blick auf die Zukunft wird erwartet, dass der Speichermarkt angespannt bleibt, solange die Nachfrage nach generativen KI-Rechenzentren weiter wächst. Nakato bemerkte ein "Krisengefühl" unter den Unternehmen, die sich gezwungen sehen, in KI zu investieren, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Diese laufenden Investitionen werden wahrscheinlich die Nachfrage nach Speicherchips aufrechterhalten, die Preise hoch halten und möglicherweise zu weiteren Angebotsengpässen führen. Die langfristigen Auswirkungen auf kleinere Unternehmen, die sich High-End-Speicherlösungen nicht leisten können, bleiben ein Problem.
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