Ein Bundesrichter hat am Mittwoch angeordnet, dass die Regierung ihre Überprüfung von Materialien, die letzte Woche im Haus einer Reporterin der Washington Post beschlagnahmt wurden, einstellt. Richter William B. Porter erließ die Anordnung als Reaktion auf eine Klage der Washington Post, in der argumentiert wurde, dass die Beschlagnahmung gegen den ersten Verfassungszusatz verstößt, und die die Rückgabe der Gegenstände forderte.
In der Klage der Zeitung wurde behauptet, dass die Beschlagnahmung "die Meinungsfreiheit einschränkt, die Berichterstattung behindert und jeden Tag, an dem die Regierung geschützte Materialien in ihren Händen hält, irreparablen Schaden anrichtet". Richter Porter erklärte, dass die Post und die Reporterin Hannah Natanson hinreichend dargelegt hätten, dass der Status quo aufrechterhalten werden müsse, während die rechtlichen Fragen vor Gericht behandelt werden.
Das FBI führte die Durchsuchung in der Wohnung von Frau Natanson durch. Frau Natanson hat ausführlich über die Veränderungen innerhalb der Bundesregierung während der zweiten Trump-Administration berichtet. Wochen vor der Durchsuchung verfasste sie einen Artikel in der Ich-Form, in dem sie ihre Nutzung der verschlüsselten Messaging-App Signal zur Kommunikation mit Regierungsquellen beschrieb. Einer ihrer Kollegen bezeichnete sie als "Bundesregierungs-Flüsterin".
Die Behörden beschlagnahmten zwei Laptops, von denen einer der Post gehörte, sowie ein Firmen-iPhone und ein tragbares Laufwerk. Die konkreten Gründe für die Durchsuchung und Beschlagnahmung wurden nicht offiziell bekannt gegeben. Die Klage der Washington Post zielt auf die sofortige Rückgabe aller beschlagnahmten Gegenstände und eine dauerhafte Verfügung ab, die die Regierung daran hindert, auf die darin enthaltenen Informationen zuzugreifen oder diese zu verbreiten. Die Regierung hat sich noch nicht öffentlich zu der Anordnung des Richters oder den Hintergründen der Ermittlungen geäußert. Der Fall wirft Bedenken hinsichtlich einer möglichen Übergriffigkeit der Regierung und deren Auswirkungen auf die Pressefreiheit auf. Es wird erwartet, dass das Gericht weitere Anhörungen anberaumen wird, um die Stichhaltigkeit der Behauptungen der Post zu prüfen und über die endgültige Verfügung über die beschlagnahmten Materialien zu entscheiden.
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