Auf dem Weltwirtschaftsforum in der Schweiz am Dienstag erklärte Präsident Donald Trump, dass Kanada für die "Geschenke" dankbar sein sollte, die es von den Vereinigten Staaten erhalte. Die Äußerungen erfolgten einen Tag, nachdem der kanadische Premierminister Mark Carney auf demselben Forum eine Rede gehalten hatte, in der er vor einem bedeutenden geopolitischen Bruch in der Welt warnte.
Trump bezog sich direkt auf Carneys Rede, die von einigen als Kritik an der US-Außenpolitik wahrgenommen wurde. "Kanada bekommt übrigens eine Menge Geschenke von uns. Sie sollten auch dankbar sein, aber das sind sie nicht. Ich habe gestern Ihren Premierminister beobachtet. Er war nicht so dankbar", sagte Trump dem Publikum. "Kanada lebt von den Vereinigten Staaten. Denken Sie daran."
Die konkreten "Geschenke", auf die sich Trump bezog, wurden während seiner Ausführungen nicht explizit genannt. Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern sind jedoch während Trumps Präsidentschaft ein wiederkehrender Streitpunkt gewesen. Das United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA), das NAFTA ersetzte, wurde nach langen Verhandlungen im Jahr 2020 umgesetzt und zielte darauf ab, die Handelsregeln zwischen den drei Nationen zu modernisieren.
Carneys Rede am Montag konzentrierte sich auf die zunehmende Instabilität der globalen Ordnung und die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit, um Herausforderungen wie Klimawandel und wirtschaftliche Ungleichheit zu bewältigen. Obwohl er die Vereinigten Staaten nicht direkt nannte, interpretierten einige Analysten seine Kommentare als eine verschleierte Kritik an der Herangehensweise der derzeitigen Regierung an die internationalen Beziehungen.
Das Büro des kanadischen Premierministers hat noch keine offizielle Stellungnahme zu den Äußerungen von Präsident Trump veröffentlicht. Quellen innerhalb der kanadischen Delegation beim Weltwirtschaftsforum deuteten jedoch an, dass Carneys Rede darauf abzielte, den Multilateralismus zu fördern und nicht, ein bestimmtes Land herauszustellen.
Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada, die historisch stark waren, sind unter der Trump-Regierung angespannt, insbesondere in Bezug auf Handel, Verteidigungsausgaben und Umweltpolitik. Das USMCA-Abkommen, das letztendlich ratifiziert wurde, beinhaltete erhebliche Zugeständnisse von Kanada und Mexiko.
Die Kommentare des Präsidenten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich beide Nationen in komplexen wirtschaftlichen und geopolitischen Landschaften bewegen. Weitere Gespräche zwischen den beiden Ländern werden in den kommenden Monaten erwartet, wobei Handel und Sicherheit wahrscheinlich wichtige Gesprächsthemen sein werden.
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