Japan stoppt weltgrößtes Atomkraftwerk Stunden nach Wiederinbetriebnahme
Japan hat den Betrieb des Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa, des größten der Welt, Stunden nach seiner Wiederinbetriebnahme am Mittwoch eingestellt. Das Kraftwerk, das nordwestlich von Tokio liegt, wurde nach einer 15-jährigen Stilllegung infolge der Fukushima-Katastrophe wieder in Betrieb genommen, so die New York Times.
Der Sprecher der Tokyo Electric Power Company (Tepco), Takashi Kobayashi, erklärte, dass ein Alarm "während der Anfahrprozeduren des Reaktors" im Reaktor Nummer sechs ausgelöst wurde. Trotz des Alarms versicherte Kobayashi, dass der Reaktor "stabil" geblieben sei, so BBC World. Die Wiederinbetriebnahme von Reaktor Nummer sechs war ursprünglich für Dienstag geplant, verzögerte sich aber aufgrund einer Fehlfunktion des Alarms. Dies war der erste Reaktor des Kraftwerks, der seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima Daiichi im Jahr 2011 wieder in Betrieb genommen wurde.
Die New York Times berichtete, dass der umstrittene Schritt zur Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks durch den steigenden Energiebedarf und das Streben nach Energieunabhängigkeit in Japan vorangetrieben wurde. Die Entscheidung unterstreicht die anhaltende Debatte über die Rolle der Kernenergie in einer Welt nach Fukushima, bei der wirtschaftliche Bedürfnisse mit öffentlicher Sicherheit und Umweltbelangen in Einklang gebracht werden müssen. Alle 54 Reaktoren Japans wurden nach einem Erdbeben der Stärke 9,0, das die Kernschmelze in Fukushima auslöste, abgeschaltet. Das Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa verfügt über die weltweit größte installierte Leistung.
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