Ubisoft hat diese Woche einen herben Schlag erlitten und die Streichung von sechs unveröffentlichten Titeln bekannt gegeben, darunter ein Remake des mit Spannung erwarteten "Prince of Persia: Sands of Time", und signalisierte damit eine strategische Neuausrichtung, die auch Studioschließungen beinhaltet. Der Schritt, der am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt gegeben wurde, erfolgt, da der Gaming-Riese mit sich entwickelnden Markttrends zu kämpfen hat und seine Entwicklungspipeline straffen will, was sich sowohl auf Fans als auch auf Branchenbeobachter auswirkt.
Die Streichung des "Prince of Persia"-Remakes, ein Projekt, das ursprünglich im Jahr 2020 angekündigt wurde, ist besonders schmerzhaft für Fans, die sehnsüchtig auf eine Rückkehr zu dem beliebten Franchise gewartet haben. Dies spiegelt die Enttäuschung der Fans der "Duke Nukem"-Reihe wider, als "Duke Nukem Forever" mit zahlreichen Verzögerungen und letztendlich mit einer lauen Aufnahme bei der Veröffentlichung konfrontiert war, was die Risiken verdeutlicht, die mit langwierigen Remakes verbunden sind. Die anderen fünf nicht angekündigten Titel, die zwar weniger öffentlich bekannt sind, stellen einen erheblichen Investitionsverlust für Ubisoft und eine Verengung seines kreativen Spielraums dar.
"Wir entwickeln uns in einem Kontext, der immer schwieriger wird", sagte Ubisoft-CEO Yves Guillemot in einer Erklärung, die die Ankündigung begleitete. "Wir konzentrieren unsere Investitionen auf unsere größten Chancen, von denen wir glauben, dass sie das höchste Potenzial haben, einen bedeutenden Wert zu liefern." Dieser strategische Schwenk erinnert an ähnliche Schritte anderer großer Publisher, wie z. B. Electronic Arts' Neuausrichtung auf Kern-Franchises wie "Battlefield" und "FIFA" (jetzt "EA Sports FC"), was einen breiteren Branchentrend zur Priorisierung etablierter Marken demonstriert.
Die Studioschließungen, die weder nach Standort noch nach Anzahl spezifiziert wurden, werden voraussichtlich die Entwicklungsteams im gesamten globalen Netzwerk von Ubisoft betreffen. Diese Entscheidung, die zwar finanziell motiviert ist, wirft Bedenken hinsichtlich potenzieller Arbeitsplatzverluste und der Auswirkungen auf den gesamten kreativen Talentpool des Unternehmens auf. Branchenanalyst Michael Pachter von Wedbush Securities merkte an, dass "Ubisoft eindeutig versucht, das Ruder herumzureißen, nachdem eine Reihe von Titeln hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Die Streichungen sind ein notwendiger, wenn auch schmerzhafter Schritt."
Die finanziellen Auswirkungen dieser Streichungen sind beträchtlich. Ubisoft revidierte seine Finanzprognose für das laufende Geschäftsjahr und prognostizierte geringere Einnahmen als erwartet. Der Aktienkurs des Unternehmens sank nach der Ankündigung leicht, was die Unsicherheit der Investoren über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens widerspiegelt.
Mit Blick auf die Zukunft setzt Ubisoft verstärkt auf seine Kern-Franchises, darunter "Assassin's Creed", "Far Cry" und "Rainbow Six". Das kommende "Assassin's Creed Mirage", eine Rückkehr zu den Stealth-orientierten Wurzeln der Serie, wird als entscheidender Test für die Fähigkeit des Unternehmens angesehen, überzeugende Erlebnisse innerhalb seiner etablierten Universen zu liefern. Der Erfolg dieser Flaggschiff-Titel wird entscheidend dafür sein, ob Ubisoft diese Übergangsphase erfolgreich meistern und in der wettbewerbsorientierten Gaming-Landschaft wieder Fuß fassen kann.
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