Außenministerin Yvette Cooper gab bekannt, dass das Vereinigte Königreich dem neu gegründeten Friedensrat von US-Präsident Donald Trump nicht sofort beitreten werde, und begründete dies mit Bedenken hinsichtlich der potenziellen Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Cooper gab die Erklärung gegenüber der BBC auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ab, wo die Gründungszeremonie des Rates stattfand.
Cooper erklärte, das Vereinigte Königreich habe eine Einladung zur Unterzeichnung erhalten, werde dies aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht tun. Sie beschrieb den Friedensrat als einen "völkerrechtlichen Vertrag, der viel umfassendere Fragen aufwirft" als sein erklärtes ursprüngliches Ziel, den anhaltenden Konflikt zwischen Israel und Hamas im Gazastreifen zu lösen. Die USA präsentieren den Rat als eine neue internationale Organisation, die sich der Konfliktlösung widmet, wobei Präsident Trump als Vorsitzender fungiert und ihm eine bedeutende Entscheidungsbefugnis einräumt.
Die Initiative wurde wegen ihres Potenzials kritisiert, bestimmte Funktionen zu ersetzen, die derzeit von den Vereinten Nationen wahrgenommen werden. Die vom Weißen Haus vorgeschlagene Charta erwähnt die palästinensischen Gebiete nicht ausdrücklich, was Spekulationen über den wahren Umfang und die Absichten des Rates anheizt. Das Fehlen einer Zusage anderer ständiger Mitglieder des UN-Sicherheitsrates – China, Frankreich und Russland – unterstreicht die Vorbehalte gegenüber der Initiative zusätzlich.
Das Zögern des Vereinigten Königreichs spiegelt ein allgemeineres Unbehagen bei einigen traditionellen Verbündeten der USA hinsichtlich der Struktur des Rates und der potenziellen Auswirkungen auf bestehende internationale Rahmen wider. Die Beteiligung Russlands, angesichts seiner aktuellen geopolitischen Position und der angespannten Beziehungen zum Westen, scheint ein zentraler Streitpunkt für die britische Regierung zu sein. Die Entscheidung verdeutlicht die Komplexität der Gestaltung internationaler Beziehungen in einer Zeit sich verschiebender Allianzen und konkurrierender Interessen.
Das Außenministerium hat einen Beitritt zum Friedensrat nicht gänzlich ausgeschlossen und angedeutet, dass weitere Gespräche und Klarstellungen erforderlich sind, bevor sich das Vereinigte Königreich zu der Initiative bekennt. Die Situation ist weiterhin im Fluss, und die zukünftige Beteiligung des Vereinigten Königreichs wird wahrscheinlich von der Entwicklung des Mandats des Rates und der Zusammensetzung seiner Mitgliedschaft abhängen.
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