Mark Carney, Kanadas Premierminister, erklärte, Kanada müsse als "Leuchtfeuer für eine Welt in Seenot" dienen und betonte die Bedeutung der nationalen Einheit angesichts einer sich wandelnden globalen politischen Landschaft und zunehmender nationaler Herausforderungen. Die Rede, die am Donnerstag in einer historischen Militärfestung in Quebec City gehalten wurde, folgte auf Äußerungen, die er Anfang der Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, gemacht hatte. In Davos beklagte Carney den Zusammenbruch der regelbasierten internationalen Ordnung und nannte den Aufstieg von Großmächten, die wirtschaftlichen Zwang als Instrument der Staatskunst einsetzen.
Carneys Rede in Quebec City, die zwar thematisch begrenzter war als seine Rede in Davos, unterstrich Kanadas einzigartige Position in der Welt. Er betonte, dass Kanadas Erfolg in seiner eigenen Identität und seinen Werten wurzelt und nicht von seiner Beziehung zu den Vereinigten Staaten abhängt. "Carney sagte, dass Kanada nicht wegen der Vereinigten Staaten existiert. Kanada blüht auf, weil wir Kanadier sind." Die Wahl des Ortes, einer Zitadelle, die zum Schutz vor einer möglichen amerikanischen Invasion gebaut wurde, fügte seiner Botschaft der kanadischen Eigenständigkeit eine historische Ebene hinzu.
Die Rede des Premierministers in Davos, die oft als "Carney-Doktrin" bezeichnet wird, hob die Besorgnis über die Erosion der internationalen Zusammenarbeit und den Aufstieg des Protektionismus hervor. Dies geschieht zu einer Zeit, in der globale Institutionen zunehmend unter Druck geraten und sich die geopolitischen Spannungen in verschiedenen Regionen verschärfen. Der Aufstieg des Wirtschaftsnationalismus, der sich in Politiken wie Handelskriegen und protektionistischen Maßnahmen äußert, hat den etablierten Rahmen des globalen Handels und der Zusammenarbeit in Frage gestellt.
Carneys Aufruf an Kanada, ein "Leuchtfeuer" zu sein, spiegelt eine breitere Stimmung unter einigen führenden Politikern der Welt wider, die an die Aufrechterhaltung des Multilateralismus und des Völkerrechts glauben. Er kommt auch zu einer Zeit, in der Kanada mit seinen eigenen internen Spaltungen und Debatten über die nationale Identität und seine Rolle auf der Weltbühne konfrontiert ist. Die Betonung der nationalen Einheit durch den Premierminister deutet auf eine Anstrengung hin, diese Spaltungen zu überbrücken und angesichts der globalen Unsicherheit eine geeinte Front zu präsentieren.
Die Rede in Quebec City fand vor dem Hintergrund erheblicher nationaler Herausforderungen für die kanadische Regierung statt, darunter wirtschaftliche Sorgen, soziale Probleme und regionale Ungleichheiten. Der Aufruf zur nationalen Einheit kann als Versuch gesehen werden, Unterstützung zu mobilisieren und ein Gefühl der gemeinsamen Zielsetzung zu fördern, während das Land diese Herausforderungen bewältigt. Die nächsten Schritte für die kanadische Regierung werden wahrscheinlich ein fortgesetztes Engagement auf der internationalen Bühne sowie Bemühungen zur Bewältigung nationaler Anliegen und zur Stärkung des nationalen Zusammenhalts umfassen.
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