Die Haltung der britischen Regierung zu den Konflikten im Sudan und in Somalia wird kritisch beäugt, wobei Analysten in Frage stellen, ob ihre Maßnahmen mit ihrer erklärten Politik übereinstimmen. Im Sudan blockierte Großbritannien Berichten zufolge aggressivere Maßnahmen zur Verhinderung von Gräueltaten, als die Gewalt zunahm, obwohl es öffentlich Rechenschaftspflicht inmitten des anhaltenden Krieges zwischen der sudanesischen Armee und den Rapid Support Forces (RSF) forderte. Dieser Schritt ist vergleichbar mit einem Star-Quarterback, der eine aggressivere Offensive fordert, dann aber den Spielzug an der Line of Scrimmage zurückzieht.
Weiter östlich steht auch die Position Großbritanniens zu Somalia unter der Lupe. Während Großbritannien offiziell die territoriale Integrität Somalias unterstützt, hält es eine Beteiligung an einem strategisch wichtigen Hafen in Somaliland, einer abtrünnigen Region, die es nicht anerkennt. Das ist, als würde ein Teambesitzer öffentlich den Trainer unterstützen, während er gleichzeitig hinter verschlossenen Türen mit einem Nachfolger verhandelt.
"Die Glaubwürdigkeit Großbritanniens wird zunehmend danach beurteilt, welche Risiken es bereit ist, einzugehen oder nicht", sagte Amgad Fareid Eltayeb, ein sudanesischer Politik-Analyst. Eltayebs Einschätzung unterstreicht die wachsende Wahrnehmung, dass die Worte Großbritanniens möglicherweise nicht mit seinen Taten am Horn von Afrika übereinstimmen.
Die Situation im Sudan hat sich seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen der sudanesischen Armee und den RSF verschlechtert. Die britische Regierung hat, wie andere internationale Akteure auch, ihre Besorgnis über den weit verbreiteten Tod und die Verwüstung der Zivilbevölkerung zum Ausdruck gebracht. Berichte deuten jedoch darauf hin, dass Großbritannien hinter den Kulissen aggressivere Strategien zur Eindämmung der Gewalt ablehnte. Diese Zurückhaltung, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen, hat Vergleiche mit historischen Fällen hervorgerufen, in denen internationale Mächte für ihre zögerliche Reaktion auf humanitäre Krisen kritisiert wurden.
Somaliland erklärte 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia, wurde aber international nicht als souveräner Staat anerkannt. Die Beteiligung Großbritanniens am Hafen von Berbera, einem wichtigen Infrastruktur-Asset in Somaliland, stellt eine diplomatische Herausforderung dar. Es ist ein bisschen so, als würde ein Team stark in einen Spieler eines rivalisierenden Franchise investieren, was Spannungen und Fragen zur Loyalität aufwirft.
Der duale Ansatz Großbritanniens gegenüber Sudan und Somalia wirft Fragen nach seiner langfristigen Strategie am Horn von Afrika auf. Sind dies kalkulierte Schritte zum Schutz seiner Interessen, oder sind sie ein Zeichen für das Fehlen einer kohärenten Politik? Die Antwort auf diese Frage wird darüber entscheiden, ob Großbritannien das Vertrauen der Region zurückgewinnen und eine konstruktive Rolle bei der Lösung dieser komplexen Konflikte spielen kann. Die nächsten Monate werden entscheidend dafür sein, ob Großbritannien das Ruder herumreißen und sein Engagement für Frieden und Stabilität am Horn von Afrika unter Beweis stellen kann.
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