Ubisoft hat diese Woche einen herben Schlag erlitten und die Streichung von sechs unveröffentlichten Titeln bekannt gegeben, darunter ein Remake des beliebten Klassikers Prince of Persia: The Sands of Time, sowie die Schließung mehrerer Studios, was in der Gaming-Welt für Schockwellen sorgte. Die Nachricht, die am Dienstag von Ubisoft-Führungskräften bestätigt wurde, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen mit sich ändernden Markttrends und der Notwendigkeit einer "Rationalisierung der Abläufe" zu kämpfen hat, wie es in einer Erklärung von Finanzvorstand Frederick Duguet heißt.
Die Streichung des Prince of Persia-Remakes ist besonders schmerzhaft für die Fans, die sehnsüchtig auf seine Ankunft gewartet haben. Das Spiel, das ursprünglich im Januar 2021 erscheinen sollte, erlitt mehrere Verzögerungen, wobei seine Entwicklung zwischen den Studios in Montreal und Pune hin und her wechselte. Dies ist ein bedeutender Fehltritt für eine Franchise, die einst die Action-Adventure-Szene dominierte und Vergleiche mit den frühen 2000er Jahren aufkommen ließ, als die ursprüngliche Sands of Time-Trilogie durchweg hohe 80er- und niedrige 90er-Werte auf Metacritic erzielte, eine Leistung, die das Remake zu erreichen hoffte. "Wir sind enttäuscht, das Spiel nicht so liefern zu können, wie es die Fans ursprünglich erwartet haben", erklärte Duguet und räumte die Schwierigkeiten des Projekts ein.
Neben Prince of Persia stellen die anderen gestrichenen Titel, die weitgehend geheim gehalten werden, eine weitere Reduzierung von Ubisofts ehrgeiziger Entwicklungspipeline dar. Diese Entscheidung folgt auf eine Phase gemischter Leistungen des Unternehmens, in der aktuelle Veröffentlichungen wie Assassin's Creed Valhalla zwar kommerziell erfolgreich waren, aber nicht durchweg Kritikerlob erhielten. Branchenanalysten vermuten, dass Ubisoft versucht, seine Ressourcen auf seine Kern-Franchises und aufkommende Technologien wie Blockchain-Gaming zu konzentrieren, trotz der lauen Aufnahme seines ersten Ausflugs in den NFT-Bereich.
Die Schließung der Studios, die weder hinsichtlich ihres Standorts noch ihrer Größe näher bezeichnet werden, wird voraussichtlich zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führen. Ubisoft hat noch keine offiziellen Zahlen zu der Anzahl der betroffenen Mitarbeiter veröffentlicht, aber Quellen innerhalb des Unternehmens deuten darauf hin, dass die Kürzungen sowohl Entwicklungs- als auch Supportfunktionen betreffen werden. Dies spiegelt ähnliche Restrukturierungsmaßnahmen wider, die bei anderen großen Publishern wie Electronic Arts und Activision Blizzard zu beobachten sind, da sich die Branche in einer Phase der Konsolidierung und wirtschaftlichen Unsicherheit befindet.
Mit Blick auf die Zukunft setzt Ubisoft seine Hoffnungen auf kommende Veröffentlichungen wie Assassin's Creed Mirage und Avatar: Frontiers of Pandora, um seine Geschicke wiederzubeleben. Das Unternehmen setzt auch verstärkt auf seine Live-Service-Spiele wie Rainbow Six Siege und For Honor, um langfristige Spielerbindung und Einnahmequellen zu fördern. Die Streichung dieser sechs Titel und die Schließung von Studios werfen jedoch einen Schatten auf Ubisofts Zukunft und lassen viele fragen, ob das Unternehmen in einer zunehmend wettbewerbsorientierten Landschaft seine frühere Größe wiedererlangen kann. Der nächste Earnings Call wird genau beobachtet werden, um weitere Details zu Ubisofts strategischer Ausrichtung und seinen Plänen zur Bewältigung dieser schwierigen Zeiten zu erfahren.
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