Der peruanische Präsident José Jerí sieht sich mit einem möglichen Amtsenthebungsverfahren konfrontiert, nachdem Videos veröffentlicht wurden, die ihn bei geheimen Treffen mit dem chinesischen Geschäftsmann Yang Zhihua zeigen. Die Videos, die Anfang des Monats geleakt wurden, zeigen Jerí, wie er am 26. Dezember im Xin Yan Restaurant, das Yang gehört, und später in einem von Yangs Eckläden in Lima ankommt.
Das erste Video zeigt, wie Jerí von einem Fahrzeug des Präsidialamtes abgesetzt wird und versucht, sein Gesicht zu verbergen, als er das Restaurant betritt. Das zweite Video zeigt Jerí, wie er vor Yang in einem seiner Läden telefoniert.
Die Treffen haben aufgrund der Überprüfung von Yangs Geschäftsgebaren Besorgnis ausgelöst. Lokale Medien berichteten, dass einer von Yangs Läden wegen Verstoßes gegen eine Gemeindeordnung zur Schließung angeordnet worden war. Drei Tage später hob jedoch eine bundesstaatliche Aufsichtsbehörde die Verordnung auf.
Peru hat in den letzten Jahren eine erhebliche politische Instabilität erlebt. In den letzten zehn Jahren hatte das Land sieben Präsidenten, von denen keiner länger als drei Jahre im Amt war. Jerí, 39, übernahm das Präsidentenamt im vergangenen Oktober nach der Amtsenthebung seines Vorgängers.
Die geleakten Videos haben zu Forderungen nach einer Untersuchung möglicher Interessenkonflikte und Machtmissbrauchs geführt. Oppositionsparteien haben angedeutet, dass sie die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Jerí in Erwägung ziehen.
"Diese Videos werfen ernste Fragen über das Verhalten des Präsidenten und seine Beziehung zu Herrn Yang auf", sagte Kongressabgeordneter Ricardo Torres, ein Mitglied der Oppositionspartei Fuerza Popular. "Wir müssen feststellen, ob es eine unzulässige Einflussnahme oder ein Quid pro Quo gab."
Regierungsbeamte haben noch keine offizielle Stellungnahme zu der Situation abgegeben.
Die Situation ist weiterhin im Fluss, und die kommenden Tage werden voraussichtlich entscheidend sein, um die Zukunft von Jerís Präsidentschaft zu bestimmen. Es wird erwartet, dass der peruanische Kongress die Angelegenheit debattiert und entscheidet, ob ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet werden soll.
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