Ubisoft hat diese Woche einen schweren Schlag erlitten und die Einstellung von sechs unveröffentlichten Titeln bekannt gegeben, darunter ein Remake des beliebten "Prince of Persia: The Sands of Time", sowie die Schließung mehrerer Studios im Rahmen einer Restrukturierung. Dieser Schritt schickte Schockwellen durch die Gaming-Community und erinnerte an die Schließung von Visceral Games durch EA im Jahr 2017 nach einer enttäuschenden Vorstellung mit ihrem "Star Wars"-Projekt "Ragtag".
Der französische Gaming-Riese, bekannt für Franchises wie "Assassin's Creed" und "Far Cry", nannte zunehmend schwierige Marktbedingungen und die Notwendigkeit, sich auf seine Kernmarken zu konzentrieren, als Hauptgründe für die drastischen Maßnahmen. Diese Entscheidung folgt auf eine Phase gemischter Leistungen, in der die jüngsten Veröffentlichungen nicht die von dem Unternehmen erhoffte kritische Anerkennung und den kommerziellen Erfolg erzielten. "Wir passen unsere Organisation an, um die sich verändernde Landschaft der Videospielindustrie widerzuspiegeln", sagte Ubisoft-CEO Yves Guillemot in einer Pressemitteilung. "Dies beinhaltet die Straffung unserer Abläufe und die Konzentration unserer Ressourcen auf die Spiele und Erlebnisse, die bei den Spielern am meisten Anklang finden werden."
Das Remake von "Prince of Persia: The Sands of Time", das ursprünglich im Jahr 2020 angekündigt wurde, sollte eine triumphale Rückkehr für das klassische Franchise werden, ähnlich wie Capcoms erfolgreiche Wiederbelebungen von "Resident Evil 2" und "Resident Evil 3". Das Projekt war jedoch mit zahlreichen Verzögerungen und Rückschlägen konfrontiert und entsprach letztendlich nicht den Qualitätsstandards des Unternehmens. Erste Gameplay-Aufnahmen erhielten heftige Kritik von Fans, die der Meinung waren, dass die Grafik und die Animationen nicht den modernen Erwartungen entsprachen. "Die Entscheidung, 'Prince of Persia' einzustellen, wurde nicht leichtfertig getroffen", erklärte Guillemot. "Wir glauben, dass dies der richtige Weg ist, um den langfristigen Erfolg des Franchise zu gewährleisten."
Die anderen eingestellten Titel bleiben weitgehend geheimnisumwittert, da Ubisoft keine konkreten Details bekannt gab. Branchenanalysten spekulieren jedoch, dass es sich wahrscheinlich um Projekte in einem frühen Entwicklungsstadium handelte, die nicht mit den überarbeiteten strategischen Prioritäten des Unternehmens übereinstimmten. Die Schließungen der Studios, obwohl nicht explizit genannt, werden voraussichtlich mehrere kleinere Ubisoft-Standorte betreffen, was möglicherweise zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führen wird. Dies spiegelt den branchenweiten Trend zur Konsolidierung wider, da Unternehmen mit steigenden Entwicklungskosten und zunehmendem Wettbewerb zu kämpfen haben.
Die Nachricht hat bei Investoren und Branchenbeobachtern Besorgnis über Ubisofts zukünftige Ausrichtung ausgelöst. Der Aktienkurs des Unternehmens erlebte nach der Ankündigung einen spürbaren Rückgang, der die Unsicherheit des Marktes widerspiegelt. Einige Analysten glauben, dass Ubisoft anfällig für eine mögliche Übernahme sein könnte, während andere optimistisch bleiben, dass die Restrukturierung die Position des Unternehmens letztendlich stärken wird.
Mit Blick auf die Zukunft setzt Ubisoft seine Hoffnungen auf kommende Veröffentlichungen wie "Assassin's Creed Mirage" und "Avatar: Frontiers of Pandora", um sein Vermögen wiederzubeleben. Das Unternehmen setzt auch verstärkt auf seine Live-Service-Spiele, um langfristige Bindung und Einnahmequellen zu schaffen. Der Erfolg dieser Initiativen wird entscheidend dafür sein, ob Ubisoft die aktuellen Herausforderungen meistern und seine Position als führende Kraft in der Gaming-Industrie zurückerobern kann. Der nächste Earnings Call wird ein wichtiger Indikator dafür sein, wie der Markt diese Veränderungen wahrnimmt.
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