Das neue US-Joint-Venture von TikTok hat seine Datenschutzrichtlinie aktualisiert, um die Erfassung präziser Standortdaten von seinen 200 Millionen amerikanischen Nutzern einzubeziehen. Dies stellt eine Abkehr von der bisherigen Praxis dar, nur ungefähre Standortinformationen zu erfassen. Die Änderung der Richtlinie wurde am Donnerstag veröffentlicht, nachdem Investoren einen Vertrag mit dem chinesischen Eigentümer von TikTok, ByteDance, abgeschlossen hatten, um die US-Aktivitäten der App zu verwalten.
Die aktualisierten Datenschutzbestimmungen besagen, dass das Joint-Venture nun "je nach Ihren Einstellungen präzise Standortdaten erfassen kann". Zuvor erfasste TikTok Standortdaten basierend auf der SIM-Karte oder der IP-Adresse eines Nutzers, verzichtete jedoch auf die Erfassung präziser GPS-Informationen. Die Unternehmensrichtlinie legt fest, dass sensible persönliche Daten "in Übereinstimmung mit geltendem Recht" verarbeitet werden und dass Nutzer die Ortungsdienste in ihren Geräteeinstellungen deaktivieren können. TikTok reagierte nicht sofort auf die Anfrage der BBC nach einem Kommentar zu der Änderung.
Präzise Standortdaten, die oft über GPS oder WLAN-Triangulation erfasst werden, können den Standort eines Nutzers auf wenige Meter genau bestimmen und bieten ein weitaus detaillierteres Verständnis seiner Bewegungen als ungefähre Standortdaten, die von IP-Adressen abgeleitet werden und typischerweise nur ein allgemeines geografisches Gebiet identifizieren. Dieser Detaillierungsgrad könnte potenziell für gezielte Werbung, personalisierte Inhaltsempfehlungen oder sogar zur Verfolgung von Nutzerverhaltensmustern verwendet werden.
Der Schritt wirft Fragen zum Datenschutz und zur Datensicherheit auf, insbesondere angesichts der Vergangenheit von TikTok in Bezug auf die Prüfung seiner Datenverarbeitungspraktiken und seiner Beziehung zur chinesischen Regierung. Während das Unternehmen beteuert, dass die Daten gemäß den geltenden Gesetzen verarbeitet werden, bestehen weiterhin Bedenken, wie diese Daten gespeichert, gesichert und potenziell weitergegeben werden.
Die Gründung des US-Joint-Ventures und die anschließende Aktualisierung der Datenschutzrichtlinie sind Teil der Bemühungen, regulatorische Bedenken auszuräumen und den fortgesetzten Betrieb der App in den Vereinigten Staaten sicherzustellen. Der Vertrag mit Investoren zielt darauf ab, eine Firewall zwischen den US-Aktivitäten und ByteDance zu schaffen, mit der Absicht, Nutzerdaten zu schützen und die Einhaltung der US-Gesetze sicherzustellen. Die langfristigen Auswirkungen dieser neuen Datenerfassungsrichtlinie und ihre Auswirkungen auf das Vertrauen der Nutzer bleiben abzuwarten.
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