Gladys Mae West, die bahnbrechende Mathematikerin, deren Arbeit grundlegend für die Entwicklung der Global Positioning System (GPS)-Technologie war, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. West, eine Afroamerikanerin, überwand bedeutende Hindernisse, um zu der Technologie beizutragen, die heute allgegenwärtig in Navigation, Kartierung und unzähligen anderen Anwendungen ist.
Wests Arbeit umfasste komplexe Berechnungen und Programmierung, die dazu beitrugen, die Form der Erde zu modellieren, eine kritische Komponente für die Genauigkeit von GPS. Ihre Beiträge waren Teil einer größeren Anstrengung von Frauen während der Mitte des 20. Jahrhunderts, die den Technologieboom des Kalten Krieges in den Vereinigten Staaten vorantrieben. Sie programmierte einige der leistungsstärksten Computer der damaligen Zeit und erweiterte die Grenzen von Berechnung und Kommunikation.
West wurde in eine Bauernfamilie im ländlichen Virginia geboren und zeigte schon früh akademische Exzellenz. Trotz der Einschränkungen durch die Jim-Crow-Gesetze, die den Zugang schwarzer Kinder zu gut finanzierten Schulen einschränkten, sicherte sie sich ein Stipendium für das Virginia State College, heute Virginia State University, ein historisch schwarzes College. Dort zeichnete sie sich in Mathematik aus und erwarb 1955 ihren Master-Abschluss.
Getrieben von dem Wunsch nach beruflichen Möglichkeiten nahm West eine Stelle in einem Forschungs- und Entwicklungszentrum an. Ihre Arbeit dort konzentrierte sich auf die Analyse von Satellitendaten, um das Verständnis des Geoids der Erde, der wahren physischen Figur der Erde, zu verfeinern, was für eine genaue GPS-Positionierung unerlässlich ist. Dies umfasste die Entwicklung von Algorithmen und das Schreiben von Code, um Variationen in Schwerkraft, Gezeiten und anderen Faktoren zu berücksichtigen, die Satellitenbahnen und die Signalausbreitung beeinflussen.
Die GPS-Technologie, die ursprünglich für militärische Anwendungen entwickelt wurde, ist seitdem zu einem unverzichtbaren Bestandteil des zivilen Lebens geworden. Von der Smartphone-Navigation über die Präzisionslandwirtschaft bis hin zur Vermessung stützt sich GPS auf ein Netzwerk von Satelliten, die die Erde umkreisen und Signale an Empfänger auf dem Boden senden. Diese Empfänger nutzen die Signale, um ihre genaue Position zu berechnen. Wests Arbeit zur Modellierung der Erdform und des Gravitationsfeldes war entscheidend für die Gewährleistung der Genauigkeit dieser Berechnungen.
Die Auswirkungen von GPS erstrecken sich über zahlreiche Branchen. Im Transportwesen ermöglicht es eine effiziente Routenplanung und Verfolgung von Fahrzeugen. In der Landwirtschaft ermöglicht es Präzisionslandwirtschaftstechniken, die die Ernteerträge optimieren. Bei Rettungsdiensten erleichtert es die schnelle Reaktion und Ortung von Personen in Not. Der Einfluss der Technologie wächst mit der Entwicklung neuer Anwendungen und Dienste weiter.
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