Der eingestellte Prince of Persia-Titel, der sich seit mehreren Jahren in Entwicklung befand, wurde von vielen Analysten als Ubisofts Versuch gesehen, die Magie der Sands of Time-Trilogie wieder einzufangen, einem Franchise, das die frühen 2000er Jahre mit seinem innovativen Gameplay und seiner fesselnden Erzählung dominierte. Man kann es sich vorstellen wie die New York Yankees, die es nicht in die Playoffs schaffen, nachdem sie einen Star-Closer verpflichtet haben – die Erwartungen waren hoch, und das Ergebnis war eine vernichtende Enttäuschung.
"Dies war eine schwierige Entscheidung, aber notwendig, um Ubisofts langfristigen Erfolg zu sichern", sagte Ubisoft-CEO Yves Guillemot in einer Erklärung, die nach der Ankündigung veröffentlicht wurde. "Wir konzentrieren unsere Ressourcen auf unsere größten Chancen, darunter Assassin's Creed, Far Cry und andere etablierte Franchises." Guillemots Aussage spiegelte die Stimmung aus einer kürzlichen Telefonkonferenz wider, in der er die Notwendigkeit für Ubisoft betonte, "hochwertige, langlebige Erlebnisse" zu liefern, die bei den Spielern Anklang finden.
Die Schließung der Studios, die Teams an mehreren europäischen Standorten betrifft, wird voraussichtlich zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten führen. Obwohl Ubisoft keine konkreten Zahlen veröffentlicht hat, schätzen Brancheninsider, dass Hunderte von Mitarbeiter betroffen sein könnten. Dieser Schritt erinnert an die Schließung von Visceral Games durch EA im Jahr 2017, eine Entscheidung, die letztendlich zur Einstellung eines mit Spannung erwarteten Star Wars-Titels führte.
Analysten weisen auf mehrere Faktoren hin, die zu Ubisofts aktuellen Schwierigkeiten beitragen. Die steigenden Kosten der Spieleentwicklung, gepaart mit dem Aufstieg von Free-to-Play-Spielen und der wachsenden Popularität von Live-Service-Modellen, haben traditionelle Publisher unter Druck gesetzt, sich anzupassen. Darüber hinaus wurden neuere Ubisoft-Titel wegen mangelnder Innovation und dem Versäumnis kritisiert, die Fantasie der Spieler zu beflügeln. Die Leistung von "Skull and Bones" war beispielsweise glanzlos und erreichte weder die von Ubisoft erhoffte Kritikergunst noch den kommerziellen Erfolg.
Die Streichung dieser sechs Spiele stellt eine bedeutende Kurskorrektur für Ubisoft dar. Das Unternehmen setzt nun verstärkt auf seine etablierten Franchises und hofft, Blockbuster-Titel zu liefern, die die Begeisterung der Spieler neu entfachen und das Umsatzwachstum ankurbeln können. Der nächste Teil der Assassin's Creed-Reihe, der derzeit unter dem Codenamen "Red" geführt wird, wird voraussichtlich ein wichtiger Schwerpunkt für das Unternehmen im kommenden Jahr sein.
Die Zukunft bleibt für Ubisoft ungewiss. Obwohl das Unternehmen über ein großes Portfolio an geistigem Eigentum und eine talentierte Belegschaft verfügt, steht es in einer sich schnell entwickelnden Gaming-Landschaft vor großen Herausforderungen. Ob Ubisoft diese Herausforderungen erfolgreich meistern und zu seinem früheren Glanz zurückkehren kann, bleibt abzuwarten.
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