Die Post und Fujitsu sind mit dem Vorwurf konfrontiert, den Versuch eines ehemaligen Unterpostmeisters, sie wegen 4 Millionen Pfund Schadenersatz im Zusammenhang mit dem Horizon-IT-Skandal zu verklagen, absichtlich zu verzögern, wie aus Gerichtsverfahren vor dem High Court hervorgeht. Lee Castleton OBE, der eine Postfiliale in Bridlington, East Yorkshire, betrieb, wurde 2007 von der Post verfolgt, um 25.000 Pfund zurückzufordern, die die Organisation angeblich vermisste.
Castleton's anschließender zweijähriger Rechtsstreit führte zu seinem Bankrott und verursachte Anwaltskosten von 321.000 Pfund. Bei der ersten Anhörung seiner Klage am Freitag erfuhr das Gericht, dass Fujitsu, das Unternehmen, das für die fehlerhafte Horizon-Software verantwortlich ist, bereits über 700.000 Pfund an Anwaltskosten angehäuft hatte. Castleton ist die erste Person, die rechtliche Schritte gegen die Post und Fujitsu einleitet.
Die vorläufige Anhörung am Freitag befasste sich mit der Frage, wie der Fall weitergeführt werden soll. Castleton's Anwaltsteam argumentierte, dass "Hürden" aufgestellt würden, um seine Klage so "schwierig, zeitaufwändig und teuer wie möglich" zu gestalten. Sie behaupten ferner, dass die Entscheidung der Post, ihre Zivilklage von 2007 gegen ihn zu verfolgen, einen "Missbrauch des Gerichtsverfahrens" darstelle.
Der Horizon-Skandal betraf Hunderte von Unterpostmeistern, die fälschlicherweise des Diebstahls, Betrugs und der Bilanzfälschung beschuldigt wurden, aufgrund von Fehlern im Horizon-IT-System, das von Fujitsu entwickelt wurde. Viele wurden strafrechtlich verfolgt, in den Bankrott getrieben und sogar inhaftiert, basierend auf den fehlerhaften Daten. Die Post hat inzwischen eingeräumt, dass das Horizon-System Mängel aufwies, und arbeitet daran, die Betroffenen zu entschädigen.
Emma Simpson, BBC-Wirtschaftskorrespondentin, berichtete, dass Castleton's Fall von Bedeutung ist, da er sowohl die Post als auch Fujitsu direkt ins Visier nimmt und versucht, sie für die finanziellen und persönlichen Verwüstungen, die durch das Horizon-System verursacht wurden, zur Rechenschaft zu ziehen. Tom Beal, ein weiterer ehemaliger Unterpostmeister, der von dem Skandal betroffen ist, verfolgt die Verfahren aufmerksam.
Der aktuelle Stand von Castleton's Klage ist, dass das Gericht prüft, wie der Fall weitergeführt wird, einschließlich des Umfangs der Beweismittel und des Zeitplans für zukünftige Anhörungen. Die Vorwürfe der Verzögerungstaktiken durch die Post und Fujitsu werden wahrscheinlich ein wichtiger Schwerpunkt sein, wenn der Fall voranschreitet. Der Ausgang dieses Falls könnte erhebliche Auswirkungen auf andere Unterpostmeister haben, die eine Wiedergutmachung für das erlittene Unrecht anstreben.
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