Es bleibt unklar, ob die Ankündigung umgesetzt werden kann oder weitgehend symbolisch ist. Im vergangenen Monat übernahmen STC-nahe Kämpfer die Kontrolle über zwei südliche Provinzen von saudisch unterstützten Truppen und besetzten den Präsidentenpalast in Aden, der wichtigsten Stadt im Süden.
Das STC strebt die Wiederherstellung des Staates Südjemen an, der von 1967 bis zur Vereinigung mit dem Nordjemen im Jahr 1990 als unabhängige Nation existierte. Der aktuelle Konflikt im Jemen hat seine Wurzeln in den Aufständen des Arabischen Frühlings 2011, die die Zentralregierung schwächten und es verschiedenen Fraktionen, darunter den Huthis im Norden und Separatisten im Süden, ermöglichten, an Boden zu gewinnen. Die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, kämpft seit 2015 gegen die Houthi-Rebellen, die einen Großteil des Nordens kontrollieren.
Die Ankündigung einer Verfassung für einen unabhängigen Süden fügt dem ohnehin schon vielschichtigen Konflikt eine weitere Ebene der Komplexität hinzu. Die Rivalität zwischen Saudi-Arabien und den VAE, die anfänglich die international anerkannte Regierung unterstützten, hat sich vertieft, da die VAE zunehmend das STC unterstützen. Diese unterschiedlichen Interessen haben die Anti-Houthi-Koalition weiter fragmentiert und den Krieg verlängert.
Der Konflikt im Jemen hat verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung und zu einer schweren humanitären Krise geführt. Die Vereinten Nationen schätzen, dass Hunderttausende von Menschen infolge der Kämpfe, Krankheiten und des Hungers gestorben sind. Millionen weitere wurden aus ihren Häusern vertrieben.
Die internationale Gemeinschaft hat wiederholt zu einer Verhandlungslösung des Konflikts aufgerufen. Zahlreiche Vermittlungsversuche haben jedoch zu keinem dauerhaften Friedensabkommen geführt. Der jüngste Schritt des STC könnte die Bemühungen um eine Lösung weiter verkomplizieren und möglicherweise einen Bürgerkrieg innerhalb des größeren Konflikts neu entfachen, wodurch die Spannungen in der Golfregion verstärkt würden. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um festzustellen, ob diese Ankündigung zu einer weiteren Eskalation führt oder einen neuen Weg für Verhandlungen eröffnet.
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