Präsident Donald Trump bekräftigte sein Interesse am Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten, was nach einer US-Militäroperation in Venezuela zu einer scharfen Zurückweisung durch Dänemark führte. Trump erklärte in einem Interview mit The Atlantic: "Wir brauchen Grönland unbedingt", und verwies auf die strategische Lage der Insel und die Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in den umliegenden Gewässern.
Trumps Äußerungen erfolgten einen Tag nach einer US-Militäraktion in Venezuela und parallel zu der Erklärung von Außenminister Marco Rubio, dass die kommunistische Regierung in Kuba in Schwierigkeiten sei, was auf eine potenziell selbstbewusstere Rolle der USA in der westlichen Hemisphäre hindeutet. Auf die Frage nach den Auswirkungen der Venezuela-Operation auf Grönland antwortete Trump: "Das müssen sie selbst beurteilen. Ich weiß es wirklich nicht."
Dänemark reagierte umgehend auf Trumps erneutes Interesse. Dänische Beamte warnten, dass die USA "kein Recht haben, das Territorium zu annektieren", und betonten Grönlands autonomen Status innerhalb des Königreichs Dänemark. Die dänische Regierung hat stets betont, dass Grönland nicht zum Verkauf steht.
Das erneute Interesse an Grönland spiegelt ein langjähriges strategisches Interesse der USA an der Arktis wider. Während des Kalten Krieges betrachteten die USA Grönland als einen entscheidenden Standort für die Überwachung sowjetischer Aktivitäten. Die Thule Air Base, eine US-Militäreinrichtung in Grönland, ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des US-amerikanischen Frühwarnsystems für ballistische Raketen. Da das arktische Eis aufgrund des Klimawandels schmilzt, entstehen neue Schifffahrtswege und Möglichkeiten zur Rohstoffgewinnung, was den geopolitischen Wettbewerb in der Region weiter verstärkt. Die im letzten Monat veröffentlichte Nationale Sicherheitsstrategie von Trump betont die Wiederherstellung der amerikanischen Vorherrschaft, was Analysten als einen selbstbewussteren Ansatz zur Sicherung strategischer Vermögenswerte und zur Abwehr vermeintlicher Bedrohungen durch Russland und China interpretieren.
Das Weiße Haus reagierte nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme zu den potenziellen Auswirkungen der Venezuela-Operation auf Grönland. Die Situation ist weiterhin unübersichtlich, da die dänische Regierung jede Andeutung einer US-Übernahme entschieden ablehnt und die US-Regierung ihre Absichten noch nicht klargestellt hat.
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