Mehrere US-amerikanische Krankenhäuser haben die Verwendung von Desfluran, einem gängigen Anästhetikum, aufgrund seiner erheblichen Umweltauswirkungen als Klimaschadstoff eingestellt. Dieser Schritt erfolgt, nachdem die Europäische Union ein fast vollständiges Verbot des Medikaments erlassen hat, das seine Verwendung ab dem 1. Januar auf medizinisch notwendige Fälle beschränkt.
Desfluran, das weltweit in Operationssälen eingesetzt wird, ist über einen Zeitraum von 20 Jahren mehr als 7.000 Mal wirksamer bei der Erwärmung des Planeten als Kohlendioxid, basierend auf einem Vergleich pro Pfund. Auch wenn die Eindämmung seiner Verwendung den Klimawandel nicht allein lösen wird, betonen Experten, dass die Emissionen des Medikaments erheblich zur globalen Erwärmung beitragen.
Jährlich werden weltweit etwa 1.000 Tonnen Desfluran aus Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen freigesetzt. Diese Emissionen haben kurzfristig eine Klimawirkung, die den jährlichen Treibhausgasemissionen von etwa 1,6 Millionen Autos entspricht.
Die Entscheidung, Desfluran auslaufen zu lassen, spiegelt ein wachsendes Bewusstsein innerhalb der medizinischen Gemeinschaft für die Umweltfolgen von Narkosegasen wider. Desfluran bietet zwar bestimmte klinische Vorteile, wie z. B. eine schnelle Einleitung und Erholung, aber es stehen alternative Anästhetika mit geringerem Treibhauspotenzial zur Verfügung.
Jodi Sherman, eine führende Stimme im Bereich der nachhaltigen Gesundheitsversorgung, hat sich für die Reduzierung des Desfluran-Einsatzes eingesetzt.
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