Lego hat seine neuen "Smart Bricks" auf der jährlichen Spielwarenmesse in Nürnberg am Mittwoch vorgestellt und dabei fortschrittliche Sensortechnik und programmierbare Mikrocontroller direkt in die ikonischen Bausteine des Unternehmens integriert. Dieser Schritt, der darauf abzielt, das Spielerlebnis durch interaktive und pädagogische Elemente zu verbessern, ist bei Experten der Spielzeugindustrie sowohl auf Begeisterung als auch auf Besorgnis gestoßen.
Die Smart Bricks, die über drei Jahre im Innovationslabor von Lego in Billund, Dänemark, entwickelt wurden, verfügen über Bluetooth-Konnektivität, die es ihnen ermöglicht, mit Tablets und Smartphones zu kommunizieren. Jeder Stein enthält einen Miniatur-Beschleunigungsmesser, ein Gyroskop und einen Farbsensor, wodurch Kinder Kreationen bauen können, die auf Bewegung, Licht und Farbe reagieren. Benutzer können die Steine über eine vereinfachte visuelle Programmierschnittstelle programmieren, wodurch die Technologie für eine breite Altersgruppe zugänglich ist. "Wir glauben, dass dies eine neue Ebene der Kreativität und des Lernens durch Spielen erschließen wird", sagte Astrid Sundberg, Leiterin des Creative Play Lab von Lego, während der Produkteinführung.
Einige Spezialisten für kindliche Entwicklung äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich des Potenzials für Überstimulation und reduziertes fantasievolles Spielen. Dr. Evelyn Reed, Professorin für Kinderpsychologie an der Universität Cambridge, merkte an: "Während die Technologie beeindruckend ist, besteht die Gefahr, dass Kinder sich zu sehr auf vorprogrammierte Reaktionen verlassen und dadurch ihre Fähigkeit beeinträchtigen, eigene Geschichten und Problemlösungsfähigkeiten zu entwickeln." Sie fügte hinzu, dass der Fokus weiterhin auf der Förderung von offenem Spiel liegen sollte, bei dem Kinder frei sind, ohne technologische Einschränkungen zu forschen und zu erfinden.
Die Einführung von Smart Bricks markiert eine bedeutende Veränderung für Lego, ein Unternehmen, das traditionell für seine Betonung auf physisches Bauen und taktiles Lernen bekannt ist. Dieser Schritt spiegelt einen breiteren Trend in der Spielzeugindustrie wider, Technologie zu integrieren, um Kinder in einer zunehmend digitalen Welt anzusprechen. Wettbewerber wie Mattel und Hasbro haben ebenfalls technologiegestützte Spielzeuge eingeführt, aber Legos Ansatz, Technologie direkt in seine Kernproduktlinie zu integrieren, gilt als besonders ehrgeizig.
Die Smart Bricks werden voraussichtlich im Herbst 2024 erhältlich sein, wobei Starter-Kits für 299 US-Dollar angeboten werden. Lego plant, eine Reihe von Erweiterungspaketen mit zusätzlichen Sensoren und Programmierherausforderungen herauszubringen. Das Unternehmen kündigte außerdem Partnerschaften mit mehreren Bildungseinrichtungen an, um auf Lehrplänen basierende Aktivitäten mit den Smart Bricks zu entwickeln, mit dem Ziel, diese in MINT-Lernprogramme zu integrieren. Die langfristigen Auswirkungen von Smart Bricks auf die Spielgewohnheiten und die kognitive Entwicklung von Kindern bleiben abzuwarten, aber die Produkteinführung hat zweifellos eine Debatte über die Rolle der Technologie in der Kindheit ausgelöst. Shiona McCallum, Senior, hat zu diesem Bericht beigetragen.
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