Lego hat seine neue Reihe "Smart Bricks" auf der jährlichen Spielwarenmesse in Nürnberg am Mittwoch vorgestellt und dabei fortschrittliche Sensortechnik und programmierbare Mikrochips direkt in die ikonischen Bausteine des Unternehmens integriert. Der Schritt, der darauf abzielt, das Spielerlebnis durch interaktive Elemente zu verbessern, hat unter Experten für kindliche Entwicklung eine Debatte über die potenziellen Auswirkungen von übermäßiger Technologie auf das kreative Spiel ausgelöst.
Die Smart Bricks verfügen über Miniatur-Beschleunigungsmesser, Gyroskope und Bluetooth-Konnektivität, die es ihnen ermöglichen, miteinander und mit externen Geräten wie Tablets und Smartphones zu interagieren. Benutzer können die Steine über eine visuelle Programmierschnittstelle programmieren und so Kreationen ermöglichen, die auf Bewegung, Licht und Ton reagieren. Laut einer Pressemitteilung von Lego sollen die neuen Steine "die Kluft zwischen physischem und digitalem Spiel überbrücken" und Kindern ein dynamischeres und ansprechenderes Bauerlebnis bieten. Das Unternehmen plant, im Laufe dieses Jahres mehrere Themen-Sets mit den Smart Bricks auf den Markt zu bringen, die sich an Kinder ab 8 Jahren richten.
"Wir glauben, dass Technologie das Lego-Spielerlebnis verbessern kann, ohne die Kernwerte Kreativität und Problemlösung zu ersetzen", sagte Astrid Sundby, Lego's Head of Innovation, in einer Erklärung. "Diese Smart Bricks ermöglichen es Kindern, ihre eigenen interaktiven Kreationen zu bauen und zu programmieren, wodurch sowohl technische Fähigkeiten als auch fantasievolles Denken gefördert werden."
Einige Experten äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich des Potenzials einer übermäßigen Abhängigkeit von Technologie, die die natürliche Kreativität von Kindern unterdrücken könnte. Dr. Evelyn Carter, eine Kinderpsychologin am Institute for Play Research, warnte: "Obwohl diese Steine aufregende Möglichkeiten bieten, ist es entscheidend sicherzustellen, dass Kinder weiterhin zu freiem, fantasievollem Spiel ermutigt werden, ohne das ständige Bedürfnis nach technologischer Stimulation." Sie fügte hinzu: "Das Risiko besteht darin, dass die Technologie in den Mittelpunkt rückt und nicht der kreative Prozess selbst."
Die Einführung von Smart Bricks ist Lego's jüngster Versuch, sich an die sich wandelnde Landschaft der Spielzeugindustrie anzupassen, in der digitale Unterhaltung zunehmend um die Aufmerksamkeit der Kinder konkurriert. Das Unternehmen hatte zuvor Lego Boost, ein auf Robotik ausgerichtetes Bauset, auf den Markt gebracht und Augmented-Reality-Funktionen in einige seiner bestehenden Produktlinien integriert. Die Smart Bricks stellen einen stärker integrierten Ansatz dar, bei dem die Technologie direkt in das Lego-Kernbausystem eingebettet ist.
Die erste Einführung der Smart Bricks wird auf ausgewählte Märkte in Europa und Nordamerika beschränkt sein, wobei eine breitere globale Veröffentlichung für 2025 geplant ist. Lego hat noch keine konkreten Preise für die neuen Sets bekannt gegeben, aber Branchenanalysten erwarten einen höheren Preis im Vergleich zu traditionellen Lego-Sets. Das Unternehmen plant, eine Reihe von Workshops und Online-Tutorials zu veranstalten, um Pädagogen und Eltern bei der Integration der Smart Bricks in Lernumgebungen und das Spielen zu Hause zu unterstützen.
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