Abgeordnete der Labour-Partei drängen Parteichef Sir Keir Starmer, geplante Reformen der Gewerbesteuer zu überdenken, und äußern Bedenken hinsichtlich potenzieller weitverbreiteter Schließungen von Pubs, wenn die während der Covid-Ära gewährten Gewerbesteuererleichterungen im April auslaufen. Die Pub-Branche befürchtet eine erhebliche finanzielle Belastung, da der derzeitige Gewerbesteuerrabatt von 75 %, der während der Pandemie eingeführt wurde, im November-Haushalt von Schatzkanzlerin Rachel Reeves auf 40 % reduziert wurde und vollständig auslaufen soll.
Rachael Maskell, Labour-Abgeordnete für York Central, sprach das Thema während der Fragestunde des Premierministers an und forderte eine dringende Überprüfung der Vorschläge, um "eine Krise" in den Haupteinkaufsstraßen abzuwenden. Premierminister Rishi Sunak antwortete, dass die Regierung Gespräche mit der Branche führe, um weitere Unterstützungsmaßnahmen zu prüfen.
Die Regierung hat versucht, die Reduzierung der Rabatte durch die Senkung des "Multiplikators" auszugleichen, der zur Berechnung der Gewerbesteuer verwendet wird. Eine gleichzeitige Neuanpassung der Einheitswerte von Gewerbeimmobilien durch das Finanzministerium bedeutet jedoch, dass viele Unternehmen trotz des niedrigeren Multiplikators mit höheren Gesamtbelastungen konfrontiert sein könnten. Die konkreten Auswirkungen werden je nach Standort und geschätztem Wert der einzelnen Immobilie variieren.
Das derzeitige System der Gewerbesteuer basiert auf dem geschätzten Mietwert einer Immobilie. Kritiker argumentieren, dass das System stationäre Geschäfte im Vergleich zu Online-Händlern, die oft niedrigere Immobilienkosten haben, unverhältnismäßig stark belastet. Die vorübergehenden Erleichterungen während der Covid-Ära stellten eine wichtige Lebensader für viele Pubs und Gastronomiebetriebe dar, die besonders stark von Lockdowns und Maßnahmen zur sozialen Distanzierung betroffen waren. Das Auslaufen dieser Erleichterungen führt zusammen mit steigenden Energiekosten und Inflation zu einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld für den Sektor.
Branchenvertreter haben gewarnt, dass ohne weitere staatliche Intervention Hunderte von Pubs zur Schließung gezwungen sein könnten, was zu Arbeitsplatzverlusten und einem Rückgang von Gemeinschaftszentren führen würde. Die British Beer and Pub Association (BBPA) hat sich bei der Regierung dafür eingesetzt, das derzeitige Niveau der Erleichterungen zu verlängern oder alternative Maßnahmen zur Unterstützung der Branche zu ergreifen. Die BBPA schätzt, dass der durchschnittliche Pub ab April mit einer Erhöhung der Gewerbesteuer um Tausende von Pfund konfrontiert ist, was viele in finanzielle Not bringen könnte. Die Situation bleibt unübersichtlich, da die Regierung weiterhin Gespräche mit den Interessengruppen der Branche führt.
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