US-Streitkräfte haben in separaten Operationen im Nordatlantik und in der Karibik zwei Tanker beschlagnahmt, die angeblich mit venezolanischen Ölexporten in Verbindung stehen, so US-Beamte. Die erste Beschlagnahmung betraf die unter russischer Flagge fahrende Marinera, die nach einer fast zweiwöchigen Verfolgungsjagd in den Gewässern zwischen Island und Schottland geentert wurde. Die britische Royal Navy leistete logistische Unterstützung während der Operation. Der zweite Tanker, MT Sophia, wurde in der Karibik geentert und von den USA beschuldigt, an "illegalen Aktivitäten" beteiligt gewesen zu sein.
Die Beschlagnahmungen sind Teil einer umfassenderen US-Anstrengung zur Eindämmung der venezolanischen Rohölexporte. Der Zeitpunkt der Operationen folgte kurz nachdem US-Spezialeinheiten Berichten zufolge den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bei einer Razzia in seiner Residenz in Caracas festgenommen hatten.
Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte auf X, ehemals Twitter: "Die Blockade von sanktioniertem und illegalem venezolanischem Öl bleibt in VOLLEM UMFANG in Kraft - überall auf der Welt."
Moskau verurteilte die Beschlagnahmung der Marinera und forderte, dass die USA eine angemessene Behandlung der russischen Besatzungsmitglieder gewährleisten und ihre rasche Rückkehr nach Russland ermöglichen.
Die USA setzen zunehmend ausgefeilte Methoden ein, um Schiffe zu verfolgen und abzufangen, die am sanktionierten Ölhandel beteiligt sind, der oft als "Schattenflotte" oder "Geisterflotte" bezeichnet wird. Diese Methoden nutzen KI-gestützte maritime Überwachungstechnologien, die Schiffsbewegungen, Eigentümerdaten und Finanztransaktionen analysieren, um potenzielle Sanktionsverstöße zu identifizieren. KI-Algorithmen können Muster erkennen, die auf illegale Aktivitäten hindeuten, wie z. B. Schiff-zu-Schiff-Transfers auf See, veränderte Schiffsidentifikationen und komplexe Eigentümerstrukturen, die dazu dienen, den Ursprung des Öls zu verschleiern.
Der Einsatz von KI bei der Durchsetzung von Sanktionen wirft Fragen nach Transparenz und Rechenschaftspflicht auf. KI kann zwar die Effizienz bei der Identifizierung und dem Abfangen illegaler Sendungen verbessern, birgt aber auch das Potenzial für algorithmische Verzerrungen und Fehler. Die Abhängigkeit von KI-gestützten Bewertungen könnte zur Fehlidentifizierung von legitimem Handel führen oder bestimmte Regionen oder Akteure unverhältnismäßig stark beeinträchtigen.
Das US-Finanzministerium und andere Behörden investieren in KI-gestützte Instrumente, um die Durchsetzung von Sanktionen zu verstärken. Diese Instrumente sind darauf ausgelegt, riesige Datensätze zu analysieren und Netzwerke zu identifizieren, die an Sanktionsumgehung, Geldwäsche und anderen illegalen Aktivitäten beteiligt sind. Die Entwicklung und der Einsatz dieser Technologien sind im Gange, wobei der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Genauigkeit und der Minimierung unbeabsichtigter Folgen liegt.
Der aktuelle Status der beschlagnahmten Tanker und ihrer Ladung ist weiterhin unklar. Es wird erwartet, dass die US-Regierung weitere Untersuchungen durchführt, um das volle Ausmaß der angeblichen Sanktionsverstöße zu ermitteln und entsprechende rechtliche Schritte einzuleiten. Der Vorfall dürfte die Spannungen zwischen den USA, Venezuela und Russland weiter eskalieren.
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