Spaniens römisch-katholische Kirche hat mit der Regierung eine Vereinbarung getroffen, um Opfer sexuellen Missbrauchs durch Mitglieder des Klerus zu entschädigen. Das kürzlich unterzeichnete Abkommen geht auf Bedenken ein, dass Kirchenoberhäupter das Problem nicht angemessen angegangen seien.
Gemäß der Vereinbarung wird die Regierung in Abstimmung mit der Kirche die Entschädigung verwalten und sich um Fälle kümmern, in denen aufgrund von Verjährungsfristen oder dem Tod des Beschuldigten keine Rechtsmittel mehr zur Verfügung stehen. Justizminister Félix Bolaños erklärte, dass die Vereinbarung darauf abzielt, "eine historische, moralische Schuld zu begleichen, die wir gegenüber Missbrauchsopfern innerhalb der Kirche hatten". Er fügte hinzu, dass "eine Demokratie die Existenz von Opfern, die nie entschädigt wurden und deren Situation im Gegenteil vertuscht wurde, nicht zulassen sollte".
Die Regierung schätzt, dass Hunderttausende von Spaniern sexuellen Missbrauch durch Kirchenangehörige erlitten haben. Diese Vereinbarung folgt ähnlichen Entschädigungsregelungen, die in anderen Ländern eingeführt wurden, in denen Missbrauch innerhalb der Kirche aufgedeckt wurde. Es wird erwartet, dass das Abkommen die Zahl der Opfer, die eine Entschädigung beantragen können, erhöht.
Die Vereinbarung kommt nach jahrelangen Beschwerden und Untersuchungen über den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen innerhalb der katholischen Kirche in Spanien zustande. Kritiker argumentieren, dass die Kirche das Ausmaß des Problems nur langsam anerkannt und den Opfern keine angemessene Unterstützung zukommen lassen hat. Das neue Entschädigungsprogramm stellt einen bedeutenden Schritt zur Behebung dieser Bedenken dar.
Die konkreten Mechanismen zur Bestimmung der Entschädigungshöhe und der Anspruchsberechtigung werden noch entwickelt. Es wird erwartet, dass sich Regierungsbeamte und Kirchenvertreter in den kommenden Wochen treffen werden, um die Details des Programms festzulegen. Die Umsetzung des Programms wird von Opferhilfegruppen und der Öffentlichkeit genau beobachtet werden.
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