Die Federal Trade Commission (FTC) hat am Mittwoch eine Anordnung erlassen, die General Motors (GM) und seinen Telematikdienst OnStar verbietet, bestimmte Verbraucherdaten an Wirtschaftsauskunfteien weiterzugeben. Die endgültige Anordnung, ein Jahr nach dem vorgeschlagenen Vergleich mit GM, schreibt dem Autohersteller eine größere Transparenz vor und verlangt die ausdrückliche Zustimmung der Verbraucher für jede Datenerhebung.
Die Maßnahme der FTC folgt auf einen Bericht der New York Times vor fast zwei Jahren, in dem detailliert beschrieben wurde, wie GM und OnStar die genauen Geolokationsdaten und das Fahrverhalten von Fahrern erfassten, nutzten und an Dritte, darunter die Datensammler LexisNexis und Verisk, verkauften. Diese Daten stammten aus GMs Smart Driver-Programm, einer kostenlosen Funktion innerhalb seiner vernetzten Auto-Apps, die das Fahrverhalten und die Nutzung von Sicherheitsgurten überwachte und bewertete. Die New York Times berichtete, dass Datensammler diese Informationen dann an Versicherungsanbieter verkauften, was sich potenziell auf die Versicherungsprämien der Kunden auswirken könnte.
Das Kernproblem dreht sich um die ethischen Implikationen des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) bei der Datenerfassung und -analyse in der Automobilindustrie. Das Smart Driver-Programm verwendete Algorithmen, um das Fahrverhalten zu beurteilen und im Wesentlichen ein Risikoprofil auf der Grundlage von Datenpunkten wie Geschwindigkeit, Bremsgewohnheiten und Standort zu erstellen. Dieses Risikoprofil wurde dann von Drittanbietern von Daten genutzt, was das Potenzial der KI-gesteuerten Datenerfassung für Zwecke verdeutlicht, die Verbraucher möglicherweise nicht vorhersehen oder denen sie nicht zustimmen.
GM hat das Smart Driver-Programm im April 2024 für alle seine Marken eingestellt und dies mit dem Feedback der Kunden begründet. Zu diesem Zeitpunkt erklärte GM, dass es alle Kunden abgemeldet und seine Telematikbeziehungen zu Drittanbietern wie LexisNexis und Verisk beendet habe.
Die Anordnung der FTC unterstreicht die zunehmende behördliche Kontrolle in Bezug auf den Datenschutz und den Einsatz von KI in Konsumgütern. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, dass Unternehmen transparent über ihre Datenerfassungspraktiken informieren und die ausdrückliche Zustimmung der Verbraucher einholen, bevor sie deren Daten an Dritte weitergeben. Dies ist besonders relevant im Zusammenhang mit vernetzten Autos, die zunehmend mit Sensoren und KI-gestützten Systemen ausgestattet sind, die riesige Datenmengen über Fahrer und deren Verhalten generieren.
Der Vergleich mit GM dient als Präzedenzfall für andere Autohersteller und Technologieunternehmen, die Verbraucherdaten sammeln und nutzen. Er signalisiert eine Verschiebung hin zu einer stärkeren Kontrolle der Verbraucher über ihre persönlichen Daten und einen vorsichtigeren Umgang mit der Weitergabe von Daten an Dritte. Die Maßnahme der FTC spiegelt eine breitere gesellschaftliche Besorgnis über das Potenzial von KI wider, in einer Weise eingesetzt zu werden, die Verbrauchern schaden könnte, insbesondere in Bereichen wie Preisgestaltung und Zugang zu Dienstleistungen.
Mit Blick auf die Zukunft könnte die Anordnung der FTC weitere regulatorische Maßnahmen im Bereich Datenschutz und KI nach sich ziehen. Da KI in Konsumgütern und -dienstleistungen immer weiter verbreitet ist, werden sich die Aufsichtsbehörden wahrscheinlich weiterhin darauf konzentrieren, sicherzustellen, dass die Verbraucher vor unlauteren oder irreführenden Datenpraktiken geschützt werden. Der Fall GM dient als Mahnung, dass Unternehmen Transparenz und die Zustimmung der Verbraucher bei der Erfassung und Nutzung von Daten in den Vordergrund stellen müssen, insbesondere wenn KI im Spiel ist.
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