Vier NASA-Astronauten der Crew-11 sind am Donnerstag um 3:41 Uhr EST sicher im Pazifik in der Nähe von San Diego gelandet. Damit wurde eine Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) abgeschlossen, die aufgrund einer medizinischen Situation um etwa einen Monat verkürzt wurde. Die Rückkehr markierte die erste medizinische Evakuierung in der Geschichte der ISS und das erste Mal seit über einem Vierteljahrhundert kontinuierlicher menschlicher Präsenz im Weltraum, dass eine medizinische Angelegenheit die vorzeitige Beendigung einer Mission erforderlich machte.
Die SpaceX-Dragon-Kapsel koppelte sich am Mittwoch um 17:20 Uhr EST von der ISS ab, als sich die Station und die Kapsel 418 Kilometer südlich von Australien befanden, und leitete damit die fast 10-stündige Reise zurück zur Erde ein. NASA-Beamte haben die genaue Art des medizinischen Problems nicht bekannt gegeben und berufen sich auf den Schutz der Privatsphäre des betroffenen Astronauten. Sie betonten jedoch, dass die Entscheidung, die Besatzung vorzeitig nach Hause zu bringen, aus reiner Vorsicht und in Absprache mit Flugchirurgen und medizinischen Experten getroffen wurde.
"Die Gesundheit und Sicherheit unserer Astronauten hat für uns immer oberste Priorität", sagte Dr. Ellen Ochoa, ehemalige Astronautin und derzeitige Direktorin des Johnson Space Center, in einer Pressekonferenz nach der Wasserung. "Obwohl wir keine spezifischen Details über den medizinischen Zustand nennen können, möchten wir der Öffentlichkeit versichern, dass der Astronaut die bestmögliche Versorgung erhält."
Die vorzeitige Rückkehr wirft Fragen nach den Herausforderungen der medizinischen Versorgung im Weltraum und den bestehenden Protokollen für den Umgang mit Notfällen auf. Dr. Sanjay Gupta, medizinischer Chefkorrespondent von CNN, merkte an, dass "Raumfahrt einzigartige physiologische Herausforderungen mit sich bringt, darunter Veränderungen der Immunfunktion, der Knochendichte und der Herz-Kreislauf-Gesundheit. Ein medizinisches Problem, das auf der Erde beherrschbar wäre, könnte im Weltraum viel ernster werden."
Die NASA verfügt über ein umfassendes medizinisches Unterstützungssystem für Astronauten, einschließlich medizinischer Kits an Bord, Fernkonsultationen mit Flugchirurgen und der Möglichkeit, bestimmte medizinische Eingriffe im Weltraum durchzuführen. Die Behörde räumt jedoch ein, dass es Grenzen dessen gibt, was im Orbit getan werden kann.
"Wir arbeiten ständig daran, unsere medizinischen Fähigkeiten für Langzeit-Weltraummissionen zu verbessern", erklärte Dr. Ochoa. "Dieser Vorfall wird wertvolle Daten und Erkenntnisse liefern, die uns helfen werden, unsere Protokolle zu verfeinern und neue Technologien zu entwickeln, um medizinische Herausforderungen im Weltraum zu bewältigen."
Die zurückkehrenden Astronauten werden im Johnson Space Center in Houston gründlichen medizinischen Untersuchungen unterzogen. Es wird erwartet, dass die NASA nach Abschluss dieser Auswertungen weitere Informationen über die medizinische Situation und ihre Auswirkungen auf zukünftige Missionen veröffentlichen wird. Die verbleibenden Besatzungsmitglieder auf der ISS werden ihre Forschung und ihren Betrieb fortsetzen, wobei eine neue Besatzung in den kommenden Monaten starten soll.
Discussion
Join the conversation
Be the first to comment