Microsoft hat eine Schwachstelle in seinem Copilot KI-Assistenten behoben, die es Angreifern ermöglichte, sensible Benutzerdaten durch einen einzigen Klick auf eine scheinbar legitime URL zu extrahieren. Sicherheitsforscher von Varonis entdeckten die Schwachstelle und demonstrierten einen mehrstufigen Angriff, der Daten wie den Namen, den Standort und Details aus dem Copilot-Chatverlauf eines Benutzers exfiltrieren konnte.
Der Angriff, der durch das Anklicken des Links durch den Benutzer initiiert wurde, lief auch nach dem Schließen des Copilot-Chats weiter, ohne dass weitere Interaktion erforderlich war. Laut Dolev Taler, Sicherheitsforscher bei Varonis, umging der Exploit die Sicherheitskontrollen für Enterprise-Endpunkte und die Erkennung durch Endpoint-Protection-Anwendungen. "Sobald wir diesen Link mit diesem bösartigen Prompt ausliefern, muss der Benutzer nur noch auf den Link klicken und die bösartige Aufgabe wird sofort ausgeführt", sagte Taler gegenüber Ars Technica. "Selbst wenn der Benutzer nur auf den Link klickt und sofort den Tab des Copilot-Chats schließt, funktioniert der Exploit immer noch."
Diese Art von Schwachstelle verdeutlicht die wachsenden Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit KI-gestützten Tools und deren Integration in alltägliche Arbeitsabläufe. Copilot, wie andere große Sprachmodelle (LLMs), arbeitet, indem es Benutzereingaben verarbeitet und darauf reagiert, wobei es oft auf Benutzerdaten zugreift und diese speichert, um seine Leistung zu verbessern und Interaktionen zu personalisieren. Diese Daten können, wenn sie nicht ordnungsgemäß gesichert sind, zu einem Ziel für böswillige Akteure werden.
Die Varonis-Forscher, die als White-Hat-Hacker agierten, demonstrierten, wie eine manipulierte URL verwendet werden kann, um bösartige Prompts in die Copilot-Sitzung eines Benutzers einzuschleusen. Diese Prompts könnten dann verwendet werden, um sensible Informationen zu extrahieren oder unbefugte Aktionen im Namen des Benutzers durchzuführen. Die Tatsache, dass der Angriff auch nach dem Schließen des Chatfensters durch den Benutzer andauerte, unterstreicht das Potenzial für persistente Bedrohungen in KI-gesteuerten Umgebungen.
Die Auswirkungen dieser Schwachstelle gehen über einzelne Benutzer hinaus. In Enterprise-Umgebungen, in denen Copilot und ähnliche Tools zunehmend für Aufgaben wie Dokumentzusammenfassung, Codegenerierung und Datenanalyse eingesetzt werden, könnte ein erfolgreicher Angriff sensible Geschäftsinformationen und geistiges Eigentum gefährden. Die Fähigkeit, Endpoint-Sicherheitskontrollen zu umgehen, verschärft das Risiko zusätzlich, da traditionelle Sicherheitsmaßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, um solche Angriffe zu erkennen und zu verhindern.
Microsoft hat einen Patch veröffentlicht, um die Schwachstelle zu beheben, und betont die Wichtigkeit, Software auf dem neuesten Stand zu halten. Der Vorfall dient jedoch als Erinnerung an die Notwendigkeit robuster Sicherheitsmaßnahmen und kontinuierlicher Überwachung im Zeitalter der KI. Da KI-Modelle immer ausgefeilter werden und in kritische Systeme integriert werden, müssen Sicherheitsforscher und Entwickler zusammenarbeiten, um potenzielle Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben, bevor sie von böswilligen Akteuren ausgenutzt werden können. Der Vorfall wirft auch Fragen nach der Verantwortung von KI-Entwicklern auf, die Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre von Benutzerdaten zu gewährleisten, sowie nach der Notwendigkeit klarer Richtlinien und Vorschriften für die Entwicklung und den Einsatz von KI-Technologien.
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