Der Gesetzentwurf, an dem monatelang gearbeitet worden war, zielte darauf ab, Klarheit über die regulatorische Landschaft für digitale Vermögenswerte zu schaffen, ein Bereich, der zunehmend von Gesetzgebern und Aufsichtsbehörden unter die Lupe genommen wird. Die Mitarbeiter des Kongresses hatten intensiv an dem Clarity Act gearbeitet und dabei Beiträge aus der Kryptoindustrie selbst einbezogen. Armstrongs Einwand in letzter Minute gegen die vorgeschlagene Formulierung, insbesondere in Bezug auf Bestimmungen, die eine der Kerngeschäftspraktiken von Coinbase zu verbieten drohten, erwies sich jedoch als ausschlaggebend.
Die kurzfristige Absage der Senatsabstimmung unterstreicht die wachsende Macht und den Einfluss von Coinbase in Washington. Das Unternehmen, das im April 2021 an die Börse ging, hat massiv in Lobbyarbeit und politische Öffentlichkeitsarbeit investiert, um das regulatorische Umfeld zu seinen Gunsten zu gestalten. Die Marktkapitalisierung von Coinbase beträgt derzeit etwa 60 Milliarden US-Dollar, was seine beherrschende Stellung auf dem US-Kryptomarkt widerspiegelt.
Der Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen der Kryptoindustrie und den Aufsichtsbehörden. Während Unternehmen wie Coinbase klare Regeln für die Förderung von Innovation und Wachstum anstreben, sind die Aufsichtsbehörden besorgt über den Schutz der Anleger und die Verhinderung illegaler Aktivitäten. Der Clarity Act wurde von vielen als potenzieller Kompromiss angesehen, aber Armstrongs Widerstand deutet darauf hin, dass weiterhin erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestehen.
"Das Schicksal einer umstrittenen Gesetzesabstimmung hängt in der Regel von einigen wenigen wichtigen Gesetzgebern ab, die die gemäßigten Stimmen in einem parteiischen Streit sind", aber die Ereignisse dieser Woche zeigen, "wie viel Macht Coinbase jetzt in Washington ausübt", so Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die Absage der Abstimmung lässt die Zukunft der Krypto-Regulierung in den USA ungewiss. Es ist unklar, wann oder ob der Senat den Clarity Act erneut aufgreifen wird. In der Zwischenzeit wird die Kryptoindustrie weiterhin unter einem Flickenteppich bestehender Vorschriften operieren und sich mit laufenden rechtlichen und Compliance-Herausforderungen konfrontiert sehen. Der Vorfall signalisiert auch eine potenzielle Verschiebung im Ansatz der Branche zur Regulierung unter einer potenziellen Trump-Regierung, mit einem stärkeren Fokus auf direkten Engagement und Interessenvertretung.
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