Ein Abkommen der Vereinten Nationen zum Schutz der marinen Biodiversität in internationalen Gewässern steht kurz vor dem Inkrafttreten, nachdem 81 Regierungen es in ihre nationale Gesetzgebung aufgenommen haben. Das im Juni 2023 verabschiedete Hochseeabkommen wurde von 148 Ländern unterzeichnet, was mehr als drei Vierteln der UN-Mitgliedsstaaten entspricht und ein deutliches internationales Engagement für den Schutz der Ozeane signalisiert.
Das Abkommen zielt darauf ab, Meeresschutzgebiete auf hoher See einzurichten, die fast zwei Drittel der Weltmeere ausmachen und außerhalb nationaler Hoheitsgebiete liegen. Diese Gebiete sind lebenswichtig für die Gesundheit des Planeten, da sie als entscheidende Lebensräume für eine Vielzahl von Meereslebewesen dienen und eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des Erdklimas spielen. Das Abkommen befasst sich mit wachsenden Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels, der Umweltverschmutzung und der Überfischung auf diese fragilen Ökosysteme.
Zu den Nationen, die das Abkommen vollständig ratifiziert haben, gehören Palau, Kuba und die Malediven, was eine vielfältige Koalition von Unterstützung durch Inselstaaten demonstriert, die besonders anfällig für den Anstieg des Meeresspiegels sind, sowie von größeren Volkswirtschaften, die die Bedeutung des Meeresschutzes erkennen. Die Umsetzung des Abkommens wird die Schaffung von Schutzzonen ermöglichen, in denen Aktivitäten wie Fischerei, Schifffahrt und Tiefseebergbau eingeschränkt oder verboten werden können, um gefährdete Arten und Lebensräume zu schützen.
"Dieses Abkommen ist ein Wendepunkt für den Schutz der Ozeane", sagte ein UN-Sprecher und betonte die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit beim Schutz des Meereslebens. "Es bietet einen rechtlichen Rahmen für die Einrichtung von Schutzgebieten und die Steuerung menschlicher Aktivitäten auf hoher See, die für die Gesundheit unseres Planeten unerlässlich sind."
Der Weg des Abkommens zur Ratifizierung spiegelt ein wachsendes globales Bewusstsein für die Vernetzung der Ökosysteme der Ozeane und die Notwendigkeit kollektiven Handelns wider. Die Verhandlungen, die zur Verabschiedung des Abkommens führten, erstreckten sich über mehr als ein Jahrzehnt und umfassten umfangreiche Diskussionen zwischen Regierungen, Wissenschaftlern und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Das endgültige Abkommen stellt einen Kompromiss zwischen verschiedenen Interessen dar, der Naturschutzziele mit den wirtschaftlichen Bedürfnissen von Nationen in Einklang bringt, die für Ressourcen und Transport auf die hohe See angewiesen sind.
Während das Abkommen weithin gelobt wurde, argumentieren einige Kritiker, dass seine Wirksamkeit von robusten Durchsetzungsmechanismen und der Bereitschaft der Staaten abhängen wird, seine Bestimmungen vollständig umzusetzen. Es wurden auch Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen auf Entwicklungsländer geäußert, denen möglicherweise die Ressourcen fehlen, um Aktivitäten auf hoher See effektiv zu überwachen und zu verwalten.
Das Inkrafttreten des Abkommens stellt einen bedeutenden Schritt nach vorn in den internationalen Bemühungen zum Schutz der marinen Biodiversität dar. Die Vereinten Nationen arbeiten mit den Mitgliedsstaaten zusammen, um Richtlinien zu entwickeln und technische Unterstützung zu leisten, um die Umsetzung des Abkommens zu fördern. Die nächsten Schritte umfassen die Einrichtung eines wissenschaftlichen Gremiums zur Identifizierung schutzbedürftiger Gebiete und die Entwicklung von Managementplänen für diese Zonen. Der Erfolg des Abkommens wird letztendlich von einem anhaltenden politischen Willen und einer effektiven Zusammenarbeit zwischen den Nationen abhängen, um die langfristige Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Weltmeere zu gewährleisten.
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